Neue Griffe an Küchenfronten: Der Bohrabstand, der alles ruiniert

Nach dem Anbringen werden alle Griffe auf festen Sitz geprüft, aber nicht überdreht. Besonders bei lackierten Fronten entstehen sonst Risse um das Bohrloch. Ein abschließender Blick von der Seite zeigt, ob alle Griffe in einer Flucht sitzen. Schon wenige Millimeter Versatz fallen im Licht auf und lassen die gesamte Küche unruhig wirken.<br> <br> <br> <br> Die Sitzbank entsteht am besten als vorgezogene Wand mit einer Auflage aus zwei Lagen Gipskarton oder einer eingeschobenen Spanplatte. Die Höhe liegt zwischen 42 und 48 Zentimetern, die Tiefe zwischen 35 und 45 Zentimetern. Unter der Sitzfläche bleibt ein Hohlraum für Schuhe, der mit einer Klappe oder offen zugänglich ist. Wichtig: Die Bank darf nicht an einer Leichtbauwand ohne Verstärkung hängen. Wer sich später abstützt, drückt sonst die Platten ein. Hinter der Sitzbank verlaufende Kabel gehören in Leerrohre, damit sie austauschbar bleiben.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist der Ecksofa-Reflex: In kleinen Wohnzimmern blockiert ein Ecksofa oft den Zugang zum Fenster oder zur Balkontür. Besser ist ein Sofa mit zwei oder drei Sitzplätzen plus einem separaten Sessel, der sich bei Bedarf wegrücken lässt. Prüfe vor dem Kauf, ob das Sofa zerlegbar ist und durch Treppenhaus, Flur und Türrahmen passt. Miss dazu die engste Stelle auf dem Transportweg – nicht nur die Wohnzimmertür. Ein Sofa, das nicht durch die Wohnungstür geht, wird zum teuren Problem.<br> <br> <br> <br> Teppiche und Vorhänge dämpfen Schall, aber sie sollten nicht das ganze Zimmer auskleiden. Ein Wollteppich unter dem Bett oder ein Vorhang mit schwerem Saum reduziert Hall. Vermeide synthetische Gardinen, die bei Zugluft flattern. Prüfe auch die Bettwäsche auf versteckte Gummizüge oder Etiketten, die nachts kratzen – schneide sie ab, wenn sie stören. Waschmittel mit starkem Parfüm bleibt im Stoff und kann Kopfschmerzen auslösen; nutze neutrale oder parfümfreie Varianten.<br> <br> <br> <br> Vor dem Schließen der Wände werden alle Leitungen dokumentiert. Fotografiert die offene Konstruktion mit einem Maßband im Bild, damit spätere Bohrlöcher nicht in Kabel oder Rohre treffen. Die Fugen werden mit einem geeigneten Band verspachtelt, Ecken mit einem Kantenschutzprofil versehen. Nach dem Trocknen folgt ein Tiefengrund, dann erst Farbe. Wer diese Reihenfolge überspringt, sieht später jede Fuge als Schattenlinie.<br> <br> <br> <br> Zunächst werden alle Fronten geöffnet und die Schrauben auf der Innenseite gelöst. Bei lackierten oder folierten Oberflächen liegt darunter oft eine dünne Klebefolie, die beim Abschrauben einreißen kann. Die alten Griffe nicht mit Gewalt heraushebeln, sondern die Schrauben vollständig entfernen und den Griff gerade abziehen. Die Schrauben anschließend nach Länge sortieren, denn Frontstärken unterscheiden sich: Eine Schubladenblende ist dünner als eine Türfront mit Dämpfung.<br> <br> <br> <br> Viele unterschätzen die Wirkung der Sofahöhe. In kleinen Räumen wirken niedrige Sofas mit flacher Rückenlehne optisch leichter und lassen mehr Wandfläche sichtbar. Ein hohes Sofa mit wuchtiger Rückenlehne teilt den Raum und drückt die Decke optisch nach unten. Achte darauf, dass die Rückenlehne nicht höher als 80 Zentimeter ist, wenn der Raum niedrig wirkt. Bei einem Raum mit hoher Decke darf das Sofa dagegen etwas massiver ausfallen, sonst verliert es sich.<br> <br> <br> <br> Zuerst wird der Raum vermessen, nicht geschätzt. Notiere die Länge der längsten Wand, die Breite der gegenüberliegenden Wand und die Positionen von Türen, Fenstern und Heizkörpern. Entscheidend ist die nutzbare Wandlänge ohne Heizkörper und ohne Türblatt. Ziehe von dieser Länge mindestens 60 Zentimeter ab, wenn das Sofa an einer Tür vorbeiführt, sonst bleibt der Durchgang blockiert. Miss außerdem die Tiefe des Raumes: Ein Sofa mit 90 Zentimetern Tiefe plus 40 Zentimeter Beinfreiheit davor braucht in der Summe 130 Zentimeter – passt das nicht, wird der Raum zur Sackgasse.<br> <br> <br> <br> Ein kleines Wohnzimmer verzeiht keine falsch dimensionierten Möbel. Wer eine Sofa zu groß kauft, stellt später fest, dass der Raum nicht mehr begehbar ist, die Proportionen kippen und jeder Zentimeter fehlt. Der umgekehrte Fehler – ein zu kleines Sofa – lässt den Raum leer und ungemütlich wirken. Deshalb gehört vor den Kauf eine nüchterne Planung, keine spontane Entscheidung im Möbelhaus.<br> <br> <br> <br> Neue Griffe sind die günstigste Methode, eine Küche optisch zu verändern. Bevor jedoch irgendetwas abgeschraubt wird, muss klar sein, welche Bohrungen bereits in der Front stecken. Der Abstand zwischen den beiden Schraublöchern eines Griffes ist genormt, aber nicht einheitlich. Üblich sind 96, 128, 160 und 192 Millimeter. Wer diesen Wert nicht vorher misst, kauft Griffe, die entweder nicht passen oder die alten Löcher sichtbar lassen.<br> <br> <br> <br> Ein weiteres Problem ist die Belastung. Ein Griff, der nur in der dünnen Front verschraubt wird, reißt bei häufigem Ziehen aus. Bei schweren Schubladen sollten die Schrauben durch die Front bis in eine Gegenplatte auf der Innenseite reichen. Diese Gegenplatte wird vor dem Verschrauben mit einem Tropfen Leim fixiert, damit sie beim Anziehen nicht verrutscht. Wer diese Verstärkung weglässt, repariert die Front nach wenigen Monaten erneut.