Wenn der Teich grün kippt: Blaualgen mit Dunkelkur stoppen

<span style="font-weight: 600;">Bevor du zur Dunkelkur</span> greifst, prüfe das Nährstoffverhältnis. Cyanobakterien profitieren von einem Missverhältnis zwischen Stickstoff und Phosphat. Liegt Phosphat dauerhaft über 1 mg/l, während Nitrat unter 5 mg/l fällt, haben Blaualgen einen Vorteil. Miss beide Werte mit Tröpfchentests, nicht mit Teststreifen. Auch ein stark schwankender CO2-Gehalt oder ein pH-Wert über 8,0 begünstigt sie. Typische Fehler: zu viel Futter, überfüllter Besatz, seltene Wasserwechsel und ein Filter, der mit Mulm zugesetzt ist.<br> <br> <br> <br> Wer das Problem vermeiden will, muss zuerst verstehen, wie die Tiere ihren Bereich nutzen. Es gibt Schwimmer, die die obere Wasserschicht beanspruchen, solche, die im freien Wasser stehen, und Bodenbewohner, die ihren eigenen Bereich am Grund abstecken. Diese Zonen überlappen sich kaum, wenn das Becken ausreichend lang ist. Deshalb ist die Grundfläche meist wichtiger als die Höhe. Ein hohes, schmales Becken bietet optisch viel, aber wenig nutzbaren Raum – ein typischer Anfängerfehler.<br> <br> <br> <br> <span style="font-weight: 900;">Ein weiterer typischer Fehler</span> ist das Rechnen mit dem Nennvolumen. Ein Aquarium mit 200 Litern brutto enthält nach Kies, Dekoration und dem Abstand zur Oberkante oft nur 160 bis 170 Liter Wasser. Wer die Besatzdichte auf die Herstellerangabe bezieht, rechnet sich das Becken künstlich größer. Ziehe den tatsächlichen Wasservolumen ab, bevor du teilst. Miss dazu beim ersten Befüllen nach, wie viel Wasser wirklich hineinpasst.<br> <br> <br> <br> Wässern mit System statt mit der Gießkanne Das Entgerben durch Wässern ist kein einmaliges Abspülen. Das Holz muss über mehrere Tage bis Wochen regelrecht durchspült werden. Bewährt hat sich folgende Methode: Das Wurzelstück wird entrindet und grob zugesägt, damit die Stirnflächen offen liegen. Anschließend legt man es in ein Gefäß mit klarem Wasser, das den Holzkörper vollständig bedeckt. Das Wasser wird täglich gewechselt, solange es sich sichtbar verfärbt. Je nach Holzart und Stückgröße dauert das zwischen einer und vier Wochen. Wer das Wasser nur einmal wechselt und dann wartet, erreicht kaum etwas: Die gelösten Gerbstoffe reichern sich an und diffundieren zurück ins Holz.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist der Einsatz von warmem Wasser. Wärme beschleunigt zwar die Auslaugung, doch sie öffnet gleichzeitig die Holzstruktur so stark, dass sich Risse bilden. Kaltes Wasser arbeitet langsamer, aber schonender. Ein weiterer Fehler: das Holz nach dem Wässern einfach an der Luft trocknen lassen. Solange die Oberfläche noch feucht ist, können restliche Gerbstoffe an die Oberfläche wandern und dort einen dunklen Film bilden. Besser ist es, das Holz nach dem letzten Wasserwechsel mit klarem Wasser abzuspülen und dann zügig, aber nicht in praller Sonne, zu trocknen.<br> <br> <br> <br> Praktisch geht man so vor: Zuerst die ausgewachsene Endgröße der Tiere ermitteln, nicht die Größe beim Kauf. Danach die Beckenlänge prüfen und mit der Zahl der revierbildenden Männchen abgleichen. Sitzen mehrere revierbildende Männchen im selben Becken, muss die Grundfläche entsprechend größer sein, sonst bleibt nur ein Männchen dauerhaft, die anderen verkümmern. Wer unsicher ist, hält weniger Tiere in einem längeren Becken statt mehr Tiere in einem kürzeren.<br> <br> <br> <br> Schwimmpflanzen wie Seerosen, Wasserlinsen oder Froschbiss erfüllen im Teich mehrere Aufgaben gleichzeitig: Sie beschatten die Wasseroberfläche, filtern das Licht und bieten Fischen sowie Amphibien Deckung. Wer sie einzusetzt, muss aber wissen, dass ihre Wirkung stark von der Dichte und der Art abhängt. Ein zu großer Bestand kippt das System schneller, als man denkt – das Wasser wird sauerstoffarm, Algenblüten folgen, und die Tiere verlieren ihren Rückzugsraum.<br> <br> <br> <br> <span style="font-weight: 900;">Während der Dunkelkur nicht</span> ins Becken schauen. Jeder Lichtstrahl verlängert die Behandlung. Nach Ablauf der Zeit zuerst das Licht wieder einschalten, dann einen Wasserwechsel von 50 Prozent machen und den Filter reinigen. Erwarte nicht, dass alle Pflanzen die Dunkelkur überleben – empfindliche Arten wie manche Moose oder feine Stängelpflanzen leiden stark. Entferne abgestorbene Reste sofort, sonst zersetzen sie sich und liefern neue Nährstoffe.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist das Einbringen von Schwimmpflanzen ohne Wurzelsperre. Viele Arten vermehren sich über Ausläufer und übernehmen den Teich. Besonders in kleineren Becken ist das ein Problem, weil sich die Pflanzen nicht natürlich ausdünnen. Wer keinen regelmäßigen Rückschnitt durchführt, verliert die Kontrolle. Entfernen Sie überschüssige Pflanzen per Kescher, bevor sie sich über die gesamte Fläche ausbreiten. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr und der Spätsommer.<br> <br> <br> <br> Beobachte nach der Behandlung täglich die Scheiben und den Bodengrund. Bilden sich neue blaue Flecken, ist das Nährstoffverhältnis noch nicht stabil. Dann lieber zwei Wochen konsequent Wasserwechsel machen, als sofort wieder zur Dunkelkur zu greifen. Eine zweite Dunkelkur innerhalb eines Monats schwächt die Pflanzen zu stark. Besser ist es, die Lichtdauer auf sechs Stunden zu reduzieren und erst nach zwei Wochen langsam zu steigern. So erkennst du früh, ob die Maßnahmen greifen.