Warum verzieht sich der Zierstich mit der Zwillingsnadel?

Die richtige Fadenspannung entscheidet über das Ergebnis Die größte Fehlerquelle ist die Spannung. Der Oberfaden läuft durch eine gemeinsame Fadenführung, wird aber an zwei Stellen gespannt. Ist die Spannung zu hoch, zieht sich der Stoff zwischen den Nadeln zusammen und wirft Falten. Ist sie zu niedrig, liegen die Fäden locker auf und bilden Schlingen. Als Ausgangspunkt dient eine mittlere Einstellung; bei dehnbaren Stoffen etwas niedriger, bei festen Geweben etwas höher. Eine Stichprobe nach jeder Änderung zeigt sofort, ob die Naht sauber aufliegt.<br> <br> <br> <br> Wenn trotz aller Sorgfalt Wellen entstehen, liegt es oft an der Maschineneinstellung. Der Fadenspannung sollte geprüft werden: Eine zu hohe Oberfadenspannung zieht den Stoff nach oben. Auch eine verschmutzte oder abgenutzte Stichplatte kann den Transport beeinträchtigen. Ein Blick auf die Nadel ist ebenfalls sinnvoll, denn eine stumpfe oder verbogene Nadel sticht nicht sauber ein und verschiebt den Stoff. Wer diese Punkte systematisch abarbeitet, bekommt saubere Rundungen ohne Wellen, auch an der einfachen Nähmaschine.<br> <br> <br> <br> <img src="https://www.freepixels.com/class=" style="max-width:430px;float:left;padding:10px 10px 10px 0px;border:0px;">Zuschnitt und Verstärkung richtig wählen Für den Außenstoff eignen sich feste Baumwollstoffe, Canvas oder Jeans. Der Innenstoff darf dünner sein. Ein Volumenvlies macht den Korb standfest, darf aber nicht zu dick sein, sonst lassen sich die Ecken nicht sauber ausformen. Alternativ reicht ein zweiter Stoff als Futter. Wichtig: Beide Stofflagen müssen vor dem Nähen exakt gleich groß sein. Wer nur eine Lage verstärkt, bekommt einen schiefen Korb, weil die verstärkte Seite beim Wenden kürzer erscheint. Vlies mit Bügeleisen aufbringen, vollständig abkühlen lassen, erst dann zuschneiden.<br> <br> <br> <br> Nach dem Nähen wird die Naht vorsichtig gebügelt, nicht gedrückt. Der Stoff liegt flach, das Bügeleisen gleitet mit wenig Druck darüber. So bleiben die beiden parallelen Linien gleichmäßig sichtbar. Wer diese Punkte beachtet, erzielt mit der Zwillingsnadel dekorative Nähte, die auch nach mehreren Wäschen ihre Form behalten.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist, das Schnittmuster nur an einer Stelle auszurichten und dann zu heften. Bereits eine Abweichung von wenigen Graden reicht aus, damit sich ein langer Rock oder ein weiter Ärmel sichtbar dreht. Noch kritischer wird es bei Teilen, die später hängen sollen – etwa Kleider oder Mäntel. Hier verstärkt das Eigengewicht jede falsche Faserrichtung. Deshalb gehört zum Zuschnitt nicht nur das Aufstecken, sondern auch das Nachmessen an mindestens drei Punkten: an der Seitennaht, an der vorderen Mitte und an der Saumkante.<br> <br> <br> <br> Ein weiterer typischer Fehler ist das Zuschneiden auf einem Tisch, auf dem der Stoff verrutscht. Schon ein leichtes Verschieben beim Schneiden verändert den Fadenlauf. Wer mit rutschigen oder dehnbaren Stoffen arbeitet, fixiert die Lage mit Gewichten statt mit Nadeln, damit sich nichts verschiebt. Auch das Zuschneiden im Bruch – also mit gefaltetem Stoff – verzeiht keine Fehler: Liegt der Bruch nicht exakt parallel zum Fadenlauf, entstehen zwei gespiegelte Teile, die sich unterschiedlich verhalten. Ein Ärmel kann dann links anders fallen als rechts.<br> <br> <br> <br> Vor dem Abspulen lohnt eine kurze Kontrolle. Die Oberfläche muss gleichmäßig und leicht gewölbt sein, ohne sichtbare Rillen oder eingesunkene Stellen. Fühlt sich die Wicklung weich und nachgiebig an, ist zu locker gearbeitet. Eine saubere Spule gibt beim Drücken kaum nach und zeigt keine Unebenheiten. Wer diese Kontrolle zur Gewohnheit macht, erkennt das Problem, bevor es beim Abspulen zur Schlaufe wird.<br> <br> <br> <br> Wer den Fadenlauf einmal bewusst geprüft hat, erkennt schief zugeschnittene Teile schon vor dem Nähen. Der Stoff lässt sich in eine Richtung leichter ziehen, die Nahtkanten wellen sich, oder das Teil liegt nicht flach auf. Spätestens beim Heften zeigt sich der Fehler als Verdrehung. Dann hilft nur noch eines: neu zuschneiden. Korrigieren lässt sich ein falscher Fadenlauf nachträglich nicht – er ist dem Gewebe eingeschrieben und wirkt bei jeder Bewegung mit.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist das Vernachlässigen der Unterseite. Der Zickzack auf der Rückseite ist kein Makel, sondern konstruktionsbedingt. Wer eine saubere Unterseite wünscht, muss mit zwei getrennten Oberfäden oder einer Covermaschine arbeiten – die Zwillingsnadel kann das nicht leisten. Ebenso falsch ist die Annahme, dass sich der Effekt beliebig oft wiederholen lässt: Zwei- oder dreimal über dieselbe Stelle zu nähen zerstört die Struktur und hinterlässt sichtbare Löcher. Besser ist eine Probenaht, bis Spannung, Stichlänge und Nadelabstand stimmen.<br> <br> <br> <br> Wann Stoffklammern die bessere Wahl sind Stoffklammern halten besser bei Materialien, die keine Einstichlöcher vertragen. Dazu zählen Leder, Kunstleder, Wachstuch, beschichtete Stoffe, Folien und empfindliche Strickwaren. Sie klemmen die Lagen von außen zusammen, ohne die Oberfläche zu durchbohren. Der Nachteil: Klammern greifen nur an der Kante und verrutschen leichter, wenn viel Stoffmasse bewegt wird. Deshalb setzt man sie dichter als Nadeln, etwa alle zwei bis drei Zentimeter, und entfernt sie erst kurz vor der Nadel, nicht in einem Rutsch.