Was tun, wenn der Saum einreißt und weiter wandert?

Für die Briefecke wird der Saum an beiden angrenzenden Kanten zunächst nach innen gebügelt, üblicherweise ein Zentimeter, dann noch einmal die gewünschte Saumbreite. An der Ecke schneidet man die überstehende Stoffecke diagonal ab, etwa einen halben Zentimeter vor der Faltlinie. Wichtig: Nicht bis an die Naht schneiden, sonst franst die Ecke später aus. Dann wird die schräge Kante nach innen geklappt und die beiden Saumkanten treffen sich exakt an der Diagonalen. Diese Diagonale mit der Hand oder per Nadel fixieren, bevor die Maschine zum Einsatz kommt.<br> <br> <br> <br> Wer keine Nähmaschine hat, kann den Saum auch per Hand mit einem Matratzenstich annähen. Das dauert länger, hält aber genauso gut. Wichtig ist, den Faden nicht zu straff zu ziehen, sonst zieht sich die Kante zusammen. Nach dem Nähen die Naht bügeln, damit sie flach liegt. So sieht die gekürzte Hose aus wie neu gekauft.<br> <br> <br> <br> <img src="https://www.freepixels.com/class=" style="max-width:400px;float:left;padding:10px 10px 10px 0px;border:0px;">Der Rollschneider: kraftvoll, aber nur auf der richtigen Unterlage Der Rollschneider ist kein Ersatz für die Schere, sondern ergänzt sie. Er arbeitet mit einer runden Klinge, die auf einer Schneidematte geführt wird. Diese Matte ist Pflicht: Auf einem normalen Tisch schneidet die Klinge in die Oberfläche und stumpft sofort ab. Für lange, gerade Streifen – etwa für Patchwork oder Bänder – ist der Rollschneider unschlagbar. Man legt den Stoff in mehreren Lagen aus, setzt ein Lineal an und rollt mit gleichmäßigem Druck vom Körper weg. Typische Fehler sind zu starker Druck, der die Klinge seitlich wegdrückt, und das Schneiden ohne Lineal, was zu welligen Kanten führt. Die Klinge wechselt man, sobald sie den Stoff nicht mehr in einem Zug trennt.<br> <br> <br> <br> Klassische Schneiderkreide gibt es in zwei grundsätzlich verschiedenen Sorten, die man leicht verwechselt. Die harte Variante auf Talk- oder Stearatbasis liegt nur auf der Oberfläche und lässt sich mit einer Kleiderbürste ausbürsten. Die weiche, fettreiche Variante haftet besser auf glatten Stoffen, zieht aber in poröse Fasern ein. Genau hier liegt der typische Fehler: Auf Wolle, Leinen oder grobem Köper verwendet man die weiche Kreide, bügelt darüber, und der Fettanteil bindet sich an die Faser. Später hilft dann kein Abschütteln mehr, sondern nur noch eine Behandlung mit fettlösendem Mittel, die den Stoff angreifen kann. Wer unsicher ist, testet die Kreide auf einem Reststück, bügelt es absichtlich heiß und schaut, ob ein Rand bleibt.<br> <br> <br> <br> Zuerst wird die Hose auf die gewünschte Länge gesteckt und die neue Saumlinie markiert. Dann den Originalsaum mit einer Nahttrenner oder einer feinen Schere vorsichtig abtrennen. Wichtig: den Saum nicht beschädigen, sonst franst er aus. Die abgetrennte Saumkante wird später wieder angenäht, deshalb muss sie sauber bleiben.<br> <br> <br> <br> <strong>Die Papierschere hat kürzere,</strong> gerade Klingen und einen kleineren Griff. Sie schneidet Papier sauber, weil die Klingen dünner geschliffen sind und enger zusammenlaufen. Für Einladungen, Schnittmuster aus Papier oder Bastelarbeiten ist sie die richtige Wahl. Wer mit der Papierschere Stoff zuschneidet, merkt schnell, dass die Klinge den Stoff nur quetscht statt ihn zu trennen. Die Schnittkanten werden unsauber, und der Stoff verzieht sich. Ein weiterer Fehler: mit der Papierschere Klebeband oder Folie schneiden. Kleberückstände setzen die Klinge zu und lassen sie reißen statt gleiten.<br> <br> <br> <br> Das Ergebnis: eine Hose, deren Saum exakt dem Original entspricht. Kein sichtbarer Unterschied, keine ausgefranste Kante, kein Verlust der Proportionen. Wer diesen Aufwand scheut, riskiert eine Hose, die nach Bastelarbeit aussieht. Wer ihn betreibt, trägt eine Hose, die niemand als gekürzt erkennt.<br> <br> <br> <br> Wer eine Hose kürzt, verliert meist den Originalsaum. Das fällt sofort auf, weil die Naht an der neuen Kante anders aussieht als am Rest der Hose. Die Lösung: den Originalsaum abtrennen, die Hose auf die richtige Länge bringen und den Saum wieder annähen. So bleibt die Kante erhalten, die aussieht wie gekauft.<br> <br> <br> <br> Zuerst wird die Decke exakt zugeschnitten. Miss die Tischplatte plus gewünschtem Überhang, addiere zweimal die Saumzugabe von je vier bis fünf Zentimetern und schneide mit dem Rollschneider an einem langen Lineal. Der Stoff liegt dabei flach auf einer großen Schneidematte, nicht auf dem Fußboden. Ein Faden im Schuss hilft beim Ausrichten: zieh ihn vorsichtig heraus und schneide entlang der entstandenen Lücke. So wird jede Kante gerade, ohne dass du messen musst.<br> <br> <br> <br> So wird der Originalsaum wieder angenäht Die Hose wird auf die markierte Länge gekürzt, dabei etwa einen Zentimeter Zugabe für die Naht lassen. Den Originalsaum rechts auf rechts auf die neue Hosenkante stecken und mit einer Nähmaschine oder per Hand annähen. Dabei darauf achten, dass die Naht genau auf der alten Nahtlinie verläuft, damit sie später nicht sichtbar ist. Anschließend den Saum nach innen klappen und die Kante knapp absteppen.<br> <br> <br> <br> Typische Fehler passieren fast immer aus Eile. Dazu gehört, den Riss nur oberflächlich mit ein paar Stichen zu schließen, ohne die Stoffkanten sauber auszurichten. Ebenso falsch ist ein zu starker Fadenzug: Die Naht zieht sich zusammen, der Saum kräuselt sich, und das Kleidungsstück sitzt nicht mehr richtig. Ein weiterer Fehler ist das Überspringen der Fixierung. Ohne Stecknadeln verrutscht der Stoff, und der Riss wird beim Nähen länger statt kürzer. Wer Bügeln nach der Reparatur plant, sollte dies erst nach dem vollständigen Abkühlen der Naht tun, sonst schmelzen empfindliche Fäden.