Abtauen mit heißem Wasser oder Föhn – was die Dichtung verträgt

Eine Arbeitsplatte tauschen heißt nicht, einfach ein Brett auf die Unterschränke zu legen. Zuerst wird der alte Belag entfernt, danach prüft man den Zustand des Korpus. Wasserflecken, aufgequollene Spanplatten oder lose Verbindungen müssen vor dem Einbau behoben werden, sonst wölbt sich die neue Platte innerhalb weniger Monate. Auch die Wandanschlüsse und Ausschnitte für Spüle und Herd werden vorher ausgemessen, nicht nachträglich improvisiert.<br> <br> <br> <br> Viele stellen einen Eimer unter die Ablaufrinne oder legen Handtücher aus. Das ist grundsätzlich richtig, aber der Eimer wird meist zu klein gewählt und zu spät geleert. Besser: zwei flache Behälter nebeneinander, die zusammen mehr Volumen fassen, als das Eis an Wasser abgibt. Ein Liter Eis entspricht ungefähr 0,9 Litern Wasser. Wer das unterschätzt, steht nach einer Stunde im nassen Raum. Zusätzlich ein altes Handtuch vor das Gerät legen, das überstehendes Wasser aufnimmt.<br> <br> <br> <br> Stellen Sie einen Behälter mit zwei Tassen Essigessenz in den oberen Korb und starten Sie ein Programm mit hoher Temperatur, mindestens 65 Grad. Die Säure löst Kalkablagerungen an Heizstäben und in den Sprüharmen. Alternativ verwenden Sie eine Tasse Zitronensäure, direkt in den Innenraum gegeben. Verzichten Sie auf Backpulver oder Chlorreiniger, weil diese die Dichtungen angreifen und die Oberflächen stumpf machen. Nach dem Durchlauf lassen Sie die Tür eine halbe Stunde offen stehen, damit der Geruch verfliegt.<br> <br> <br> <br> Denken Sie auch an den Bereich unter dem Sieb und an die Innenwand der Tür. Dort sammelt sich oft eine schleimige Schicht, die den Geruch verursacht. Wischen Sie alles mit einem feuchten Tuch ab, das Sie zuvor in Essigwasser getaucht haben. Bei starker Verschmutzung wiederholen Sie den Vorgang. Vergessen Sie nicht die Besteckschublade, falls vorhanden: Sie lässt sich herausnehmen und separat abspülen.<br> <br> <br> <br> Ein normales Steckregal aus dem Baumarkt trägt pro Boden oft nur 40 bis 60 kg. Das reicht für Kartons mit Papier, aber nicht für Werkzeugkästen, Getränkekisten oder Konservengläser. Rechnen Sie das Gewicht vorher grob aus: Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm, ein voller Eimer Farbe kann über 15 kg wiegen. Verteilen Sie schwere Dinge auf die unteren Böden, leichte Vorräte nach oben. Ein häufiger Fehler ist, schwere Kisten ganz oben abzustellen, weil sie dort nicht im Weg sind. Das macht das Regal kippelig und gefährlich.<br> <br> <br> <br> Kühlschrank abtauen und Türdichtung prüfen lassen sich in einem Arbeitsgang erledigen, weil beide Arbeiten ohnehin Zugang zum Innenraum und zur Tür erfordern. Wer sie trennt, steht zweimal vor demselben Gerät. Sinnvoll ist folgende Reihenfolge: erst abtauen, dann reinigen, dann die Dichtung prüfen und zum Schluss alles trocken nachwischen. Planen Sie für ein normales Kühlschrankfach etwa eine Stunde ein, für ein Gefrierteil mit dicker Eisschicht deutlich mehr.<br> <br> <br> <br> Eine verformte Dichtung lässt sich manchmal retten: Ein Bad in warmem Wasser macht den Gummi geschmeidig, danach einlegen und die Tür einige Stunden geschlossen halten. Verhärteter, rissiger oder dauerhaft plattgedrückter Gummi bleibt jedoch undicht und muss ersetzt werden. Prüfen Sie auch die Scharniere: Hängt die Tür schief, liegt die Dichtung selbst dann nicht an, wenn sie intakt ist. Nachjustieren der Scharniere behebt das oft ohne Neuteil.<br> <br> <br> <br> <span style="font-weight: 700;">Die Dichtung prüft man am</span> besten bei geschlossener, sauberer Tür Nach dem Abtauen und Reinigen ist der richtige Moment für die Türdichtung. Wischen Sie sie zuerst mit lauwarmem Wasser und einem milden Spülmittel ab, denn Fettreste und Krümel verhindern, dass der Gummi aufliegt. Prüfen Sie dann mit der Papierstreifenmethode: einen Streifen Papier zwischen Tür und Dichtung klemmen, Tür schließen, am Papier ziehen. Lässt es sich leicht herausziehen, sitzt die Dichtung dort nicht mehr stramm. Wiederholen Sie das an mehreren Stellen – oben, unten, an den Scharnieren und gegenüber. So zeigt sich, ob die Dichtung gleichmäßig trägt oder nur an einer Stelle versagt.<br> <br> <br> <br> <span style="font-weight: 900;">Vor dem Abtauen das Gerät vom</span> <span style="font-weight: 600;">Strom trennen und alle</span> Lebensmittel in Kühlboxen oder in einen zweiten Kühlschrank umpacken. Türen und Schubladen ausbauen, damit die Luft zirkulieren kann. Stellen Sie flache Behälter oder Handtücher unter das Gerät, denn Schmelzwasser läuft oft weiter als erwartet. Beschleunigen lässt sich das Abtauen mit Töpfen heißen Wassers, die auf Untersetzer in die Fächer gestellt werden, oder mit einem Föhn auf niedriger Stufe. Keinesfalls mit Messern, Schraubenziehern oder Eis picken – die Verdampferwände sind dünn, ein Kratzer führt zum Kältemittelverlust und damit zum wirtschaftlichen Totalschaden.<br> <br> <br> <br> Typische Fehler: mit heißem Wasser auf kalte Kunststoffteile gehen und sie so zum Springen bringen, das Abtauwasser in den Innenraum laufen lassen statt in einen Behälter, die Dichtung nur optisch ansehen statt sie mit dem Papierstreifen zu testen. Ebenso häufig wird die Rückseite des Geräts vergessen – dort sammeln sich Staub und Tierhaare am Kondensator, was den Verbrauch erhöht. Saugen Sie diese Fläche zum Abschluss ab.