Wenn der Axolotl nicht frisst oder schwimmt: zum Tierarzt

Wann die Haut und Kiemen zum Notfall werden Die Kiemenäste sind der beste Gesundheitsindikator. Gesunde Axolotl haben lange, gefiederte Kiemen mit weißen oder rosafarbenen Spitzen. Werden sie kürzer, verkleben oder verlieren die Farbe, ist das ein ernstes Zeichen. Auch weiße, watteartige Beläge auf der Haut sprechen für eine Pilzinfektion. In solchen Fällen hilft kein Hausmittel. Ein auf Amphibien spezialisierter Tierarzt muss die Probe untersuchen und gegebenenfalls ein Antimykotikum verordnen. Achtung: Niemals selbst Antibiotika oder Salben aus der Aquaristik verwenden – sie schädigen die empfindliche Haut zusätzlich.<br> <br> <br> <br> Die Leistung des Filters muss zum Besatz passen. Zwei ausgewachsene Axolotl in einem 100-Liter-Becken brauchen einen Filter, der für 200 bis 300 Liter ausgelegt ist. Die Angaben der Hersteller beziehen sich auf Fische, nicht auf Axolotl. Deren Stoffwechsel lastet den Filter deutlich stärker aus. Wer unsicher ist, misst Ammoniak und Nitrit wöchentlich mit Tröpfchentests. Steigen die Werte trotz regelmäßiger Wasserwechsel, ist der Filter zu schwach oder falsch bestückt.<br> <br> <br> <br> Der Golden Albino Axolotl ist keine eigene Art, sondern eine Farbvariante des Mexikanischen Salamanders. Seine goldgelbe Grundfarbe entsteht durch Albinismus in Kombination mit gelben Pigmentzellen. Die Kiemenbüschel bleiben auffällig hell, oft rosa bis orange, und heben sich deutlich vom Körper ab. Typisch sind die roten Augen, die bei hellem Licht empfindlich reagieren. Wer ein solches Tier halten möchte, sollte wissen, dass diese Farbform empfindlicher auf UV-Strahlung und grelles Licht reagiert als wildfarbene Tiere.<br> <br> <br> <br> Der Hamburger Mattenfilter ist eine preiswerte und extrem wartungsarme Lösung. Eine Filtermatte wird quer im Becken eingeklebt, dahinter sitzt eine kleine Pumpe. Das Wasser strömt langsam durch die Matte, die Strömung im sichtbaren Bereich bleibt minimal. Nachteil: Die Matte braucht viel Platz und muss alle paar Jahre gereinigt oder ersetzt werden. Wer diesen Filter einbaut, sollte ihn von Anfang an einplanen, nicht nachträglich ins laufende Becken kleben.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist die Annahme, ein Schwammfilter sei zu schwach für die biologische Reinigung. Tatsächlich bietet die große Schwammoberfläche hervorragende Bedingungen für nitrifizierende Bakterien, solange der Schwamm nicht zu oft ausgewaschen wird. Spülen Sie ihn nur mit abgezogenem Beckenwasser aus, niemals mit Leitungswasser, sonst zerstören Sie die Bakterienkultur. Ein zweiter Fehler ist die Positionierung: Der Auslass des Lufthebers darf nicht direkt auf eine Dekoration oder eine Höhle gerichtet sein, sonst entsteht dort eine Düse. Richten Sie ihn parallel zur Wasseroberfläche oder leicht schräg nach oben.<br> <br> <br> <br> Häufige Fehler: Zu starke Strömung, zu warmes Wasser durch innenliegende Pumpen, zu seltene Reinigung und das Auswaschen der Filtermedien unter dem Wasserhahn. Letzteres tötet die nitrifizierenden Bakterien ab und lässt Ammoniak und Nitrit ansteigen. Filtermedien spült man ausschließlich in abgeschöpftem Beckenwasser aus. Auch die Reihenfolge im Filter ist entscheidend: grober Schwamm zuerst, dann feiner Schwamm, dann biologisches Material. Wer diese Reihenfolge vertauscht, verstopft den Filter und zwingt das Wasser an den Bakterien vorbei.<br> <br> <br> <br> Haltung im Aquarium: Temperatur, Wasser und Einrichtung Axolotl sind Kaltwasserbewohner. Die Wassertemperatur sollte dauerhaft zwischen 16 und 20 Grad Celsius liegen, wobei 18 Grad ein guter Richtwert sind. Höhere Temperaturen über 24 Grad führen schnell zu Stress, Pilzinfektionen und Futterverweigerung. Ein Kühler oder zumindest ein kühler Standort im Keller ist deshalb sinnvoll. Das Aquarium braucht einen feinen Sandboden, weil grober Kies beim Fressen aufgenommen wird und den Darm verstopfen kann. Verstecke aus Höhlen oder Röhren geben Sicherheit, denn Axolotl sind nachtaktiv und meiden helles Licht.<br> <br> <br> <br> Die Fütterung besteht aus Regenwürmern, gefrorenen Mückenlarven, kleinen Schnecken oder speziellen Pellets. Jungtiere fressen täglich, ausgewachsene Tiere zwei- bis dreimal pro Woche. Zu viel Futter belastet das Wasser und führt zu Verfettung. Reste müssen sofort entfernt werden. Ein häufiger Fehler ist das Verfüttern von warmblütigem Fleisch oder fettreichen Fischstücken, die die Verdauung überfordern. Auch Lebendfutter aus Teichen kann Parasiten einschleppen.<br> <br> <br> <br> Grundsätzlich gilt: Das Becken sollte mindestens 80 Zentimeter lang sein, besser mehr. Der Filter muss das gesamte Wasservolumen zwei- bis dreimal pro Stunde umwälzen, ohne dabei eine starke Strömung zu erzeugen. Axolotl sind Lauerjäger und keine Schwimmer. Sie brauchen ruhige Zonen, in denen sie am Boden liegen können. Ein Filter, der das Wasser wie ein Bach durchpflügt, ist ungeeignet, egal wie leistungsstark er ist.<br> <br> <br> <br> Axolotl sind keine Fische, sondern Amphibien mit empfindlicher Haut und einem Immunsystem, das auf sauberes, kühles Wasser angewiesen ist. Viele Halter zögern, einen Tierarzt aufzusuchen, weil sie Verhaltensänderungen für Launen halten. Doch gerade bei Amphibien gilt: Wer zu lange wartet, verliert wertvolle Zeit. Ein Tierarztbesuch ist immer dann angezeigt, wenn der Axolotl über mehrere Tage deutlich vom normalen Verhalten abweicht.