Was junge Triebe verraten und wann sie stören

<img src="https://www.freepixels.com/class=" style="max-width:400px;float:left;padding:10px 10px 10px 0px;border:0px;">Wenn ein Schnitt im Oktober unvermeidbar ist, dann sollte er so klein wie möglich ausfallen. Schneiden Sie an einem trockenen, milden Tag am Vormittag, damit die Oberfläche bis zum Abend abtrocknen kann. Verwenden Sie eine scharfe, saubere Schere und desinfizieren Sie die Klingen vor jedem Baum. Bei dickeren Ästen arbeiten Sie mit einer Säge, die einen glatten Schnitt ermöglicht. Setzen Sie den Schnitt knapp über einem Auge oder einer Astgabel an, ohne den Astring zu verletzen. Nach dem Schnitt kann eine dünne Schicht Wundverschlussmittel aufgetragen werden, aber nur bei trockenem Wetter. Bei Nässe verschmiert das Mittel und bietet keinen Schutz.<br> <br> <br> <br> Wer im Oktober dennoch schneidet, sollte die Wunden kontrollieren. Trockene, eingesunkene Stellen oder schwarze Verfärbungen deuten auf eine Infektion hin. Dann hilft nur noch, bis ins gesunde Holz nachzuschneiden – und das möglichst erst im Frühjahr. Besser ist es, den Herbstschnitt ganz zu vermeiden und die Schere bis zum nächsten Jahr ruhen zu lassen. Die Pflanze dankt es mit kräftigem Austrieb.<br> <br> <br> <br> Der eigentliche Schnitt folgt einem einfachen Muster. Man kürzt die verbliebenen Triebe um etwa ein Drittel bis die Hälfte, je nach Wuchsform. Der Schnitt sitzt etwa fünf Millimeter über einem nach außen zeigenden Auge und verläuft leicht schräg, damit Wasser abläuft. Ein häufiger Fehler ist der Schnitt zu weit über dem Auge: Der Stummel stirbt ab und wird zum Eintrittspunkt für Pilze. Ebenso falsch ist ein Schnitt direkt auf das Auge, der es verletzt. Bei Beetrosen bleiben drei bis fünf kräftige Triebe, bei Strauchrosen mehr. Kletterrosen schneidet man erst nach der Blüte, sonst entfernt man die Knospen des laufenden Jahres.<br> <br> <br> <br> Praktisch geht man so vor: Man prüft den jungen Trieb mit Daumen und Zeigefinger. Lässt er sich leicht biegen, ist er noch weich und kann per Kniff entfernt werden. Ist er bereits verholzt, schneidet man schräg und knapp über einem nach außen zeigenden Auge. Bei Stauden und Sträuchern genügt es meist, ein Drittel bis die Hälfte der diesjährigen Triebe zu kürzen. Bei Obstgehölzen achtet man darauf, dass die verbliebenen Triebe flach abgehen — steile, senkrechte Triebe tragen später kaum Früchte.<br> <br> <br> <br> So trennt man Triebe von der Wand, ohne den Untergrund zu verletzen Efeu klammert sich mit Haftwurzeln fest. Wer diese einfach abreißt, zieht oft Putzstücke oder Fugenmörtel mit heraus. Besser: Triebe zunächst vorsichtig mit einem flachen Spachtel oder einer breiten Spachtel von der Wand lösen. Setzt man den Spachtel direkt an der Haftwurzel an und hebelt mit sanftem Druck, löst sich der Trieb meist ohne Schaden. Bei festsitzenden Haftwurzeln hilft ein scharfes Messer: die Wurzel knapp über der Wand abschneiden, nicht abreißen. Die kleinen Wurzelreste trocknen ab und können später mit einer weichen Bürste entfernt werden.<br> <br> <br> <br> Warum eine einzige Schnur fast immer zu Wellen füh<br> <br> <br> <br> Viele glauben, ein Herbstschnitt sei harmlos, weil die Pflanze ohnehin in die Ruhe geht. Das Gegenteil ist der Fall: Die Pflanze kann nicht mehr reagieren. Sie hat keine Reserven, um Wundgewebe zu bilden. Die offene Stelle bleibt bis zum Frühjahr eine Eintrittspforte. Oft zeigt sich der Schaden erst im nächsten Sommer, wenn Triebe absterben oder die Rinde Risse bekommt. Dann ist der Pilz bereits im Holz. Deshalb gilt: Je später im Jahr, desto größer das Risiko. Der beste Zeitpunkt für einen stärkeren Rückschnitt ist das zeitige Frühjahr, kurz vor dem Austrieb, oder je nach Pflanze der Hochsommer nach der Blüte.<br> <br> <br> <br> Warum der Schnitt gerade jetzt erfolgt Rosen treiben aus schlafenden Augen aus, die direkt unter der Schnittstelle liegen. Schneidet man zu früh, erfrieren diese Augen oder der Schnitt trocknet ein. Schneidet man zu spät, hat die Pflanze bereits Kraft in Triebe gesteckt, die man anschließend entfernt. Die Forsythienblüte markiert den Punkt dazwischen: Der Saftdruck steigt, aber die Vegetation hat noch nicht begonnen. In rauen Lagen kann man ein bis zwei Wochen nach der Blüte warten, in milden Regionen beginnt man, sobald die ersten Knospen platzen.<br> <br> <br> <br> Nach dem Schnitt braucht die Pflanze Unterstützung, aber keine Überversorgung. Eine ausgewogene Düngergabe und gleichmäßige Feuchtigkeit fördern den Neuaustrieb. Zu viel Dünger treibt weiches, anfälliges Gewebe, das beim ersten Wind oder Frost Schaden nimmt. Kontrolliere außerdem regelmäßig den Neutrieb auf Blattläuse oder Pilzspuren. Wer früh hinsieht, kann eingreifen, bevor aus einem kleinen Problem ein Rückschlag für die ganze Saison wird.<br> <br> <br> <br> Der entscheidende Punkt ist die Wundheilung. Ein Schnitt ist eine Verletzung. Bei milden Temperaturen und aktiver Kambiumschicht kann die Pflanze die Wunde mit Wundgewebe verschließen. Im Herbst sinken die Temperaturen, die Zellteilung kommt zum Erliegen. Die Wunde bleibt offen. Regen und Nebel liefern Feuchtigkeit, Sporen landen auf dem freiliegenden Holz. Besonders gefährlich sind Pilze wie Nectria oder Cytospora, die genau dann eindringen, wenn die Abwehrkraft nachlässt.