Trapezform oder Rechteck: was die Hecke unten breiter macht

So verhindert man, dass Flüssigkeit stehen blei<br> <br> <br> <br> Wenn ein Baum im Frühjahr oder nach einem Schnitt stark blutet, liegt das meist an der Jahreszeit und an der Schnittführung. Saftfluss entsteht, weil der Wurzeldruck Wasser und gelöste Nährstoffe nach oben drückt. Trifft eine frische Wunde auf diesen Druck, tritt Flüssigkeit aus. Das lässt sich nicht immer ganz verhindern, aber mit der richtigen Klinge und einem sauberen Schnitt deutlich reduzieren. Entscheidend ist weniger die Marke als die Geometrie der Klinge und die Art, wie sie durch das Holz geht.<br> <br> <br> <br> Die Krone wird erst ausbalanciert, wenn die Waage verlässlich arbeitet. Dazu wird die Krone auf den Werkzeugträger gesetzt und an mehreren Positionen gemessen – typischerweise an den Flanken und am Rücken. Die Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Messwert zeigt, wie stark die Krone aus dem Gleichgewicht ist. Wer nur eine Stelle misst, übersieht oft die eigentliche Abweichung. Mindestens drei Punkte sollten erfasst werden, bei empfindlichen Kronen eher fünf.<br> <br> <br> <br> Zum Schluss wird die Hecke von oben nach unten kontrolliert. Eine gerade Kante erkennt man nicht nur an der Oberfläche, sondern auch daran, dass die Seitenflächen senkrecht verlaufen und keine Dellen aufweisen. Wer die Schnüre erst nach dem Schneiden entfernt, kann die Kanten noch korrigieren. Die Stäbe werden zum Schluss gezogen, die Schnur aufgerollt und für den nächsten Schnitt aufbewahrt. Auf diese Weise bleibt die Hecke über Jahre in Form, ohne dass sich Wellen einschleichen.<br> <br> <br> <br> <img src="https://i.ytimg.com/vi/1D1aKzWIzcQ/hq720.jpg" alt="10 verrückte Einrichtungsideen" style="max-width:400px;float:left;padding:10px 10px 10px 0px;border:0px;">Die Ursache ist meist ein zu starker Rückschnitt im Winter. Wird ein kräftiger Ast kurz eingekürzt, verschiebt sich das Verhältnis zwischen Wurzelmasse und Kronenmasse. Der Baum reagiert mit Trieben, die senkrecht nach oben schießen. Auch ein zu tiefes Absägen eines Leittriebs oder das Entfernen eines großen Astes ohne Ableitung löst dieselbe Reaktion aus. Steiltriebe sind also kein Zufall, sondern eine Folge des vorherigen Schnitts.<br> <br> <br> <br> Wie die Schräge praktisch angelegt wird Vor dem ersten Schnitt wird die Hecke mit einer Schnur oder einem langen geraden Brett flankiert. Die Schnur verläuft vom breitesten Punkt am Boden bis zur gewünschten Kronenbreite. An dieser Linie entlang führt man die elektrische Heckenschere mit ruhigem, gleichmäßigem Zug von unten nach oben. Wichtig ist, die Schere flach an der Schnur zu führen und nicht in einem Bogen zu schwenken. Nach dem Schnitt kontrolliert man die Fläche mit einem Blick von der Seite: Eine gerade, leicht geneigte Ebene ist das Ziel, keine gewölbte oder eingedellte Fläche.<br> <br> <br> <br> Warum Steiltriebe am Obstbaum konsequent entfernt werden Ein Steiltrieb wächst stärker als alle flach stehenden Äste. Er zieht Wasser und Nährstoffe an, beschattet das Fruchtholz und verdrängt die flach wachsenden Triebe, die später Blütenknospen bilden. Bleiben mehrere solcher Triebe stehen, entsteht ein pyramidaler, dichter Kronenaufbau. Das Innere verkahlt, die Früchte reifen nur noch außen, und die Ernte wird unregelmäßig. Wer sie früh entfernt, spart sich später einen radikalen Verjüngungsschnitt, der den Baum zusätzlich schwächt.<br> <br> <br> <br> Eine Hecke in Trapezform zu schneiden ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der Lichtverhältnisse. Der entscheidende Punkt: Die untere Partie muss breiter bleiben als die obere. Wer oben genauso breit oder gar breiter schneidet, nimmt den unteren Zweigen das Licht. Die Folge sind kahle, braune Stellen im unteren Drittel, die sich nur schwer wieder begrünen lassen. Ein trapezförmiger Schnitt stellt sicher, dass Tageslicht bis zum Boden durchdringt.<br> <br> <br> <br> Die Form entsteht nicht in einem einzigen Schnitt, sondern durch eine leichte Schräge. Als Faustregel gilt: Pro Meter Höhe wird die Oberseite etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter schmaler gehalten als die Basis. Bei einer zwei Meter hohen Hecke ist die Krone also rund zwanzig bis dreißig Zentimeter schmaler als der Fuß. Diese Neigung wird an beiden Seiten gleichmäßig angelegt, am besten mit einer Richtschnur, die vom Boden zur Oberkante gespannt wird.<br> <br> <br> <br> Wer regelmäßig schneidet, sollte die Klinge nach jedem Baum reinigen. Harz, Saft und Holzreste auf der Schneide führen zu Rissen im Schnittbild und übertragen Krankheiten. Ein Tuch mit etwas Alkohol genügt. Nach dem Schärfen die Schneide entgraten, sonst reißt sie beim nächsten Schnitt. Ein sauberer, leicht ziehender Schnitt mit einer dünnen, scharfen Klinge ist die beste Vorbeugung gegen ausgefranste Rinde und langanhaltenden Saftfluss.<br> <br> <br> <br> Typische Fehler entstehen durch senkrechtes Schneiden oder durch zu starkes Zurückschneiden der unteren Zweige. Ein weiterer Fehler ist der Schnitt in praller Mittagssonne, der die Schnittstellen austrocknen lässt. Besser sind die frühen Morgenstunden oder ein bewölkter Tag. Auch ein zu tiefer Rückschnitt in einem Arbeitsgang schadet: Die Hecke treibt dann ungleichmäßig aus und die Trapezform geht verloren. Bei stark gewachsenen Hecken arbeitet man sich in mehreren Durchgängen von unten nach oben vor.