Wenn der Baum zu hoch wird: Wann ein Profi ran muss

<img src="https://i.ytimg.com/vi/C7i3YUjQrg8/hqdefault.jpg" alt="Erste umweltfreundliche Wandfarbe | Resistent gegenüber Coronavirus | Wohngesund Leben" style="max-width:400px;float:right;padding:10px 0px 10px 10px;border:0px;">Ein hoher Baum mit dickem Stamm ist kein Grund zur Panik, aber auch kein Fall für die eigene Leiter. Wer glaubt, mit einer Motorsäge und etwas Mut alles selbst erledigen zu können, riskiert nicht nur Sachschäden, sondern auch schwere Verletzungen. Die entscheidende Frage ist nicht, ob man es könnte, sondern ob man es sicher beherrscht. Drei Kriterien helfen bei der Einschätzung: Fallrichtung, Zugänglichkeit und Rückzugsweg. Sobald eines davon unklar ist, sollte man den Profi rufen.<br> <br> <br> <br> Ein weiteres Kriterium ist der Zustand des Baumes selbst. Faulstellen, Risse im Stamm oder Pilzbefall deuten auf morsche Stellen hin, die unter Last plötzlich nachgeben können. Wer nicht sicher beurteilen kann, wie weit die Fäule fortgeschritten ist, sollte einen Fachmann hinzuziehen. Das gilt auch für Bäume mit starkem Totholz in der Krone: Herabfallende Äste sind eine unterschätzte Gefahr, besonders nach Stürmen oder Frostperioden.<br> <br> <br> <br> Der falsche Schnitt im Winter oder Vorfrühling kostet nicht nur die Blüte des kommenden Jahres, sondern oft auch die des darauffolgenden. Wer Blütenknospen sicher von Blattknospen und von schlafenden Augen unterscheiden kann, entscheidet mit einem Blick, wo die Schere ansetzt und wo sie stehen bleibt. Der Unterschied ist nicht immer offensichtlich, aber es gibt verlässliche Merkmale.<br> <br> <br> <br> Zusammenfassend: Zwischen März und September ist nur ein schonender Pflegeschnitt erlaubt. Radikale Rückschnitte sind verboten. Wer sich daran hält, vermeidet Bußgelder und schützt gleichzeitig die Tierwelt. Wer unsicher ist, wartet bis Oktober oder fragt bei der örtlichen Naturschutzbehörde nach. Ein Blick in den Kalender vor dem ersten Schnitt spart Ärger und Geld.<br> <br> <br> <br> Typische Fehler und wie man sie vermeidet Ein häufiger Fehler ist der sogenannte „Angstschnitt" – ein zu tiefer Einschnitt auf der falschen Seite. Der Baum neigt sich dann in eine unvorhergesehene Richtung und kann auf Gebäude oder Personen fallen. Ebenso gefährlich: das Arbeiten ohne zweiten Mann. Wer allein mit der Säge hantiert, hat im Notfall niemanden, der Hilfe holen kann. Profis arbeiten grundsätzlich zu zweit, einer sichert, einer schneidet. Ein weiterer Irrtum: „Der Baum ist ja schon halb tot, der fällt von allein." Gerade tote oder kranke Bäume brechen unkontrolliert und ohne Vorwarnung – hier ist besondere Vorsicht geboten.<br> <br> <br> <br> Der Süßkirschenbaum trägt am zweijährigen Holz. Wer nach der Ernte schneidet, solange die Blätter noch grün sind, sieht sofort, welche Triebe tatsächlich Früchte getragen haben, und kann sie gezielt entfernen. Diese Reaktion lässt sich im Winter nur erraten. Hinzu kommt: Kirschen gehören zu den Steinobstarten, die an frischen Schnittwunden kaum Wundgewebe bilden. Ein Schnitt im kalten Januar oder Februar öffnet Pilzen wie Valsa und Pseudomonas monatelang Tür und Tor, weil die Wunde bis zum Frühjahr offen bleibt.<br> <br> <br> <br> Nach dem Schnitt braucht der Horst keinen Dünger, solange der Boden nicht aufgetaut ist. Wichtig ist vor allem, dass die Schnittreste entfernt werden, damit sie nicht auf dem Herz liegen und Fäulnis begünstigen. Ein leichter Mulch aus Kompost um den Horst, aber nicht in der Mitte, unterstützt den Austrieb. Wer diese Reihenfolge einhält – erst warten, dann bündeln, dann schneiden, dann lockern –, behält kräftige Gräser, die jedes Jahr zuverlässig durchtreiben und den Garten strukturieren.<br> <br> <br> <br> Efeu, der einen Baumstamm emporwächst, sieht zunächst harmlos aus. Tatsächlich haftet er mit Haftwurzeln an der Rinde, ohne den Baum direkt zu schädigen. Problematisch wird es erst, wenn der Bewuchs den Stammfuß dicht umschließt und den Wurzelbereich des Baumes überdeckt. Dann konkurriert der Efeu um Wasser und Nährstoffe, und die Rinde bleibt unter der grünen Decke dauerhaft feucht. Wer den Efeu am Stamm reduzieren will, sollte nicht wahllos an der Ranke ziehen, sondern gezielt den unteren Bereich freilegen.<br> <br> <br> <br> Nach dem Freischneiden des Stammfußes folgt der wichtigste Schritt: die Wurzeln im Boden. Grabt den Boden rund um den Stamm vorsichtig mit einer Handschaufel auf, etwa eine Spatenblatt tief. Sucht die dicken, hellen Efeuwurzeln und trennt sie mit dem Spaten ab. Entfernt anschließend die Wurzelstücke, soweit sie erreichbar sind. Bleibt nur ein Rest, treibt der Efeu erneut aus – oft innerhalb weniger Wochen. Wer diesen Schritt überspringt, kämpft jeden Sommer gegen denselben Bewuchs.<br> <br> <br> <br> Ein untrügliches Zeichen für professionellen Bedarf ist die Lage des Baumes. Steht er zwischen zwei Gebäuden, über einer Einfahrt oder in der Nähe von Stromleitungen, sollte man die Finger davon lassen. Auch hängengebliebene Bäume – also solche, die sich in anderen verkeilt haben – sind ein Fall für den Experten. Laien versuchen oft, sie mit Seilwinden oder dem Auto herauszuziehen, was die Situation meist verschlimmert. Der Profi beurteilt die Spannungen im Holz und löst sie kontrolliert.<br> <br> <br> <br> Das offensichtlichste Warnsignal ist die Höhe. Bäume über zehn Meter lassen sich mit einer normalen Leiter nicht mehr sicher bearbeiten. Sobald die Krone außerhalb der Reichweite einer handelsüblichen Säge liegt oder Äste über Dächer, Leitungen oder Zäune ragen, ist Schluss mit Eigeninitiative. Ein weiteres Kriterium ist der Stammdurchmesser: Ab etwa 30 Zentimetern wird das Fällen mit der Hand säge nicht nur mühsam, sondern auch unberechenbar. Der Profi bringt Seiltechnik, Hubarbeitsbühne oder Kletterausrüstung mit – Dinge, die man nicht mal eben im Baumarkt leiht.