Wenn Kalk Metall angreift: So entfernst du ihn ohne Schäden

Ein zweiter Irrtum betrifft die Trinkwasserqualität. Abkochen tötet Keime ab, macht Wasser aber nicht weicher. Wer den Kalkgeschmack im Tee oder Kaffee reduzieren will, erreicht mit Abkochen das Gegenteil: Der Geschmack wird oft kalkiger, weil feine Schwebstoffe entstehen. Für weicheres Wasser braucht es andere Verfahren. Ein Wasserfilter mit Ionenaustauscherharz entzieht dem Wasser Calcium- und Magnesiumionen und gibt dafür Natrium oder Wasserstoff ab. Eine Umkehrosmose presst Wasser durch eine feine Membran und hält gelöste Salze zurück. Beide Methoden verändern die Zusammensetzung des Wassers dauerhaft, nicht nur temporär durch Hitze.<br> <br> <br> <br> <img src="https://www.freepixels.com/class=" style="max-width:410px;float:right;padding:10px 0px 10px 10px;border:0px;">In der Leitung selbst ändert sich die Härte praktisch nicht mehr. Zwar können sich mit der Zeit Kalkablagerungen an den Innenwänden bilden, doch das betrifft die Menge, nicht die chemische Zusammensetzung des durchfließenden Wassers. Wer seine Wasserhärte kennen will, sollte sie messen lassen oder beim Versorger die Angaben in Grad deutscher Härte erfragen. Diese Zahl ist die Grundlage für die richtige Dosierung von Waschmittel, für die Einstellung einer Enthärtungsanlage und für die Entscheidung, ob eine Enthärtung überhaupt sinnvoll ist.<br> <br> <br> <br> So verlängern Sie die Nutzungsdauer bei hartem Wass<br> <br> <br> <br> Ein weiterer Faktor ist das Kohlendioxid. Regenwasser nimmt beim Durchsickern CO2 aus dem Boden auf. Dieses CO2 bildet mit Wasser Kohlensäure, und diese säurehaltige Lösung löst Kalk deutlich aggressiver als reines Wasser. Ohne diesen Säureeffekt bliebe ein großer Teil des Calciums im Gestein gebunden. Bei steigender Wassertemperatur sinkt die Löslichkeit von Calciumcarbonat, und der Kalk fällt aus – genau das passiert an Heizstäben, in Warmwasserleitungen und in der Kaffeemaschine.<br> <br> <br> <br> Wer den Kalkgeschmack grundsätzlich mildern will, kann einen Wasserfilter mit Ionenaustauscher verwenden. Diese Geräte tauschen Calcium- und Magnesiumionen gegen Natriumionen aus. Das Wasser schmeckt weicher, verliert aber gleichzeitig wichtige Mineralien. Ein häufiger Fehler ist es, den Filter zu lange zu benutzen. Erschöpfte Filter geben gespeicherte Stoffe wieder ab und können den Geschmack sogar verschlechtern. Wechseln Sie Patronen nach Herstellerangabe, unabhängig davon, wie oft Sie das Gerät nutzen. Alternativ hilft es, das Wasser vor dem Trinken eine Stunde in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank zu lagern. So bleibt der Sauerstoffgehalt höher, und der Kalkgeschmack tritt in den Hintergrund.<br> <br> <br> <br> Essigsäure: wirksam, aber nicht für alle Metalle Essigsäure, meist als Essigessenz oder verdünnter Haushaltsessig, löst Kalk sehr effektiv. Sie ist jedoch aggressiver als Zitronensäure. Auf verzinktem Stahl, Aluminium oder Magnesium kann sie starke Korrosion verursachen. Bei Edelstahl, Kupfer oder Messing ist sie meist unproblematisch, solange die Einwirkzeit kurz bleibt. Ein typischer Fehler: Metallteile über Nacht in Essig legen. Das führt oft zu matten Oberflächen oder schwarzen Verfärbungen. Besser ist es, die Säure nur wenige Minuten einwirken zu lassen und dann mit einer weichen Bürste nachzuhelfen.<br> <br> <br> <br> Kalk entsteht nicht im Hahn, sondern im Untergrund Die Härte eines Wassers wird fast ausschließlich durch Calcium- und Magnesiumionen bestimmt. Diese stammen aus Gesteinsschichten, die das Regenwasser auf seinem Weg nach unten durchdringt. Kalkstein, Dolomit und Gips geben die Ionen besonders leicht ab. Ein kurzer Weg durch Sand und Kies liefert deshalb weiches Wasser, ein langer Weg durch Kalkstein liefert hartes Wasser. Die Geologie unter dem eigenen Grundstück oder im Einzugsgebiet des Wasserwerks entscheidet also, wie hart das Wasser aus der Leitung wird – nicht die Leitung selbst und nicht der Hahn.<br> <br> <br> <br> Kalkablagerungen auf Metall sind ein häufiges Problem, sei es an Armaturen, Werkzeugen oder Maschinenteilen. Die Wahl der falschen Säure kann das Metall jedoch dauerhaft schädigen – von Verfärbungen über Korrosion bis hin zu Lochfraß. Entscheidend ist, wie unedel das Metall ist und wie stark die Säure mit ihm reagiert. Grundsätzlich gilt: Je schwächer die Säure und je kürzer die Einwirkzeit, desto geringer das Risiko. Doch nicht jede schwache Säure löst Kalk überhaupt wirksam.<br> <br> <br> <br> <strong>Ein häufiger Fehler ist es,</strong> den Kocher nach dem Entkalken nur kurz auszuspülen. Es bleiben Kalkbrösel im Boden und an den Wänden hängen, die beim nächsten Kochen wieder anbacken. Spülen Sie deshalb mit warmem Wasser aus und wischen Sie die Innenseite mit einem weichen Tuch aus. Vermeiden Sie Spülmittel – Rückstände schäumen beim nächsten Gebrauch und sind schwer zu entfernen. Ein weiterer Fehler: den Kocher mit kaltem Wasser aufsetzen, während der Heizstab noch heiß ist. Der abrupte Temperaturwechsel kann das Material Spannungsrisse zuführen. Lassen Sie das Gerät immer erst abkühlen, bevor Sie neues Wasser einfüllen.<br> <br> <br> <br> Am schonendsten für die meisten Metalle ist Zitronensäure. Sie ist eine schwache organische Säure, die Calciumcarbonat (Kalk) gut löst, aber Eisen, Kupfer, Messing und Aluminium nur langsam angreift. Für Aluminium ist jedoch Vorsicht geboten: Zitronensäure kann die natürliche Oxidschicht schädigen, besonders bei warmem Wasser. Verwende daher möglichst kaltes oder handwarmes Wasser und spüle danach gründlich mit klarem Wasser nach. Ein weiterer Vorteil: Zitronensäure ist geruchsneutral und hinterlässt keine Rückstände.