Nachträgliche Rankhilfe, die den Wurzelballen zerstört

Zunächst den Wurzelballen lokalisieren. Bei Topfpflanzen lässt sich das gut ertasten, indem der Topf leicht angehoben und der Ballen nach dem Herausnehmen von außen betrachtet wird. Im Beet vorsichtig mit den Fingern den Rand des Ballens abtasten, ohne zu graben. Die Rankhilfe wird anschließend außerhalb dieses Bereichs gesetzt, mit mindestens einer Handbreit Abstand zum Ballenrand. Ein guter Richtwert: Der Stab steht so weit entfernt, dass er die äußeren Feinwurzeln nicht berührt.<br> <br> <br> <br> Häufige Fehler sind zu tiefes Graben mit Wendung des Bodens, das Lockern bei nasser Konsistenz – dann entstehen Schlammklumpen, die später betonhart austrocknen – und das Befahren der gelockerten Fläche. Ein weiterer Fehler ist, nur die obersten fünf Zentimeter aufzurauen. Das bringt kurzfristig ein besseres Bild, löst aber das eigentliche Problem nicht. Wer auf verdichteten Böden dauerhaft anbaut, sollte Wege festlegen, Beete nicht betreten und schwere Geräte nur bei trockenem Boden einsetzen.<br> <br> <br> <br> Untersetzer und Übertöpfe sind praktisch, aber gefährlich. Bleibt Wasser darin stehen, saugt die Erde es wie ein Docht nach oben. Gießen Sie deshalb nur so viel, dass nach zehn Minuten kein Rest im Untersetzer bleibt. Schütten Sie überschüssiges Wasser sofort weg. Wer von unten gießt, sollte den Topf nach dem Vollsaugen abtropfen lassen und nie dauerhaft im Wasser stehen lassen.<br> <br> <br> <br> Eine Rankhilfe nachträglich zu setzen, ohne den Wurzelballen zu beschädigen, gelingt nur, wenn der Pfahl nicht durch die Mitte des Ballens getrieben wird. Der häufigste Fehler ist genau das: Ein Holz- oder Metallstab wird mit Kraft senkrecht in den Topf oder ins Beet gerammt, weil das auf den ersten Blick stabil wirkt. Dabei werden die Hauptwurzeln durchtrennt, die Pflanze welkt in den folgenden Tagen und erholt sich kaum. Wer den Ballen intakt lassen will, plant die Stütze seitlich ein.<br> <br> <br> <br> Was beim Herausnehmen und Einsetzen wirklich zählt Vor dem Umtopfen den Ableger zwei Tage vorher nicht mehr gießen. Trockene Erde hält den Ballen zusammen und lässt sich leichter lösen. Den Topf seitlich drehen und mit der flachen Hand gegen den Rand klopfen, bis sich der Ballen löst. Nie an den Blättern oder am Stängel ziehen. Alte Erde vorsichtig abschütteln, aber nicht mit Wasser abspülen, denn das verletzt feine Wurzelhaare. Beschädigte oder faulige Wurzelstücke mit einer sauberen Schere entfernen.<br> <br> <br> <br> Der zweite Grund liegt in der Ursache. Welke oder gelbe Blätter sind ein Symptom, keine Krankheit. Häufig stecken Staunässe, Trockenheit, ein falscher Standort, Zugluft oder ein Nährstoffmangel dahinter. Schneidet man das Blatt ab, verschwindet das sichtbare Zeichen, nicht aber das Problem. Besser ist es, zuerst den Boden zu prüfen: Ist die Erde in zwei Zentimetern Tiefe feucht oder trocken? Steht der Topf im Wasser? Bekommt die Pflanze genug Licht, aber keine pralle Mittagssonne? Erst wenn diese Fragen geklärt sind, ist ein Schnitt überhaupt sinnvoll.<br> <br> <br> <br> Der richtige Moment ist gekommen, wenn die Wurzeln aus den Abzugslöchern treten oder den Ballen vollständig durchziehen. Ein Blick auf die Unterseite des Topfes genügt. Ist dort noch Erde sichtbar, hat der Ableger Zeit. Wird der Wurzelballen dagegen dicht und hart, sollte man handeln, bevor sich die Wurzeln gegenseitig erdrücken. Ein zu früher Wechsel schadet ebenso wie ein zu später, weil junge Wurzeln beim Anfassen leicht abbrechen.<br> <br> <br> <br> Zum Lockern eignet sich eine stabile Grabegabel mit flachem Blatt besser als ein Spaten. Der Spaten schneidet die verdichtete Zone glatt durch und kann sie sogar verdichten. Die Gabel dagegen sticht man mit dem Fuß senkrecht in den Boden, bis die Zinken die verdichtete Schicht durchstoßen, und hebelt dann vorsichtig nach hinten. Wichtig ist, den Boden nicht zu wenden. Oberboden gehört nach oben, Unterboden nach unten. Wer die Schichten mischt, zerstört das Bodenleben und die Kapillarwirkung. Man arbeitet sich in Bahnen vor, jede Bahn etwa zehn Zentimeter versetzt, und lässt zwischen den Einstichen keine ungelockerten Streifen stehen.<br> <br> <br> <br> Seitlich setzen statt mittig rammen Für die seitliche Montage eignen sich Pfähle aus Holz, Metall oder Kunststoff. Bei Töpfen zuerst prüfen, ob genügend Randabstand vorhanden ist. Reicht der Platz nicht, wird der Topf eine Nummer größer gewählt und die Pflanze mit dem intakten Ballen umgesetzt. Beim Einsetzen des Pfahls den Stab langsam und mit leichten Drehbewegungen in den Boden führen, nicht mit dem Hammer. Ein Gummihammer auf der Kappe ist nur bei sehr festem Untergrund sinnvoll, dann aber mit Gefühl und kurzen Schlägen.<br> <br> <br> <br> Die Verbindung zwischen Pflanze und Rankhilfe erfolgt mit weichem Bindematerial. Bast, Jute oder spezielle Pflanzenschnüre eignen sich, Draht nicht. Die Schnur wird in einer Acht um Trieb und Stab gelegt, damit sie nicht einschneidet. Ein zu strammer Knoten würgt den Trieb ab, ein zu lockerer hält nicht. Nach dem Binden prüfen, ob sich die Schnur noch einen Fingerbreit bewegen lässt. Bei rankenden Pflanzen die Triebe zunächst von Hand an die Stütze führen und erst dann fixieren.<img src="https://picography.co/page/1/600" style="max-width:450px;float:right;padding:10px 0px 10px 10px;border:0px;">