Staunässe im Topf: Der Fehler, den fast jeder Gärtner macht

Lockern mit der Grabegabel statt mit der Motorfrä<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist das Abzupfen mit den Fingern. Dabei entstehen leicht Risse im Gewebe, die als Eintrittspforten für Pilze dienen. Noch problematischer ist es, nur den welken Blattteil abzuschneiden und den Rest stehen zu lassen. Die halben Blätter vertrocknen weiter, sehen unschön aus und bieten Krankheitserregern Angriffsflächen. Entfernen Sie das Blatt lieber komplett oder gar nicht.<br> <br> <br> <br> <img src="https://i.ytimg.com/vi/pQwyAEBtNTQ/hqdefault.jpg" alt="Energiesparendes Wohnen" style="max-width:410px;float:left;padding:10px 10px 10px 0px;border:0px;">Nach dem Lockern können Sie die Oberfläche mit feinem Kompost oder halb verrottetem Laub abdecken. Diese Mulchschicht hält die Feuchtigkeit und verhindert, dass sich erneut eine harte Kruste bildet. So verlängern sich die Abstände zwischen den Lockerungsgängen deutlich. Kontrollieren Sie trotzdem regelmäßig mit dem Finger: Fühlt sich die Oberfläche fest und glatt an, ist ein flaches Aufbrechen angesagt. Reagieren Sie auf den Boden, nicht auf einen starren Kalender.<br> <br> <br> <br> Wenn nach einem Regenguss das Wasser in Beeten oder auf Rasenflächen nur am Rand stehen bleibt und in der Mitte gar nicht oder kaum versickert, ist der Boden verdichtet. Die Ursache liegt meist in der obersten Schicht: Durch häufiges Betreten, schweres Gerät, fehlende Bodenbiologie oder Tonanteile hat sich eine Sperrschicht gebildet, die das Wasser kaum durchlässt. Statt in die Tiefe zu sickern, läuft es oberflächlich ab und sammelt sich dort, wo der Boden etwas durchlässiger ist. Die Folge sind Staunässe am Rand, Trockenheit in der Mitte und absterbende Pflanzen, deren Wurzeln weder Wasser noch Luft bekommen.<br> <br> <br> <br> Nach dem Lockern sollte die Fläche einige Wochen ruhen. Bedecke sie mit Mulch, damit der Boden nicht austrocknet und Regen nicht aufschlägt. Prüfe nach dem nächsten stärkeren Regen, ob das Wasser noch am Rand läuft. Bleibt es weiter stehen, wiederhole das Lockern in tieferen Schichten, aber immer mit der Grabegabel und nur bei passender Bodenfeuchte. Wer so vorgeht, stellt die Versickerung oft innerhalb einer Saison wieder her – und merkt es daran, dass Wasser nicht mehr am Rand stehen bleibt, sondern dort verschwindet, wo es fällt.<br> <br> <br> <br> Wer nur oberflächlich kratzt, verschlimmert das Problem. Typische Fehler sind das Umgraben in nassem Zustand, das Verdichten mit schwerem Gerät direkt nach der Bearbeitung und das Einarbeiten von Sand in lehmigen Boden. Sand und Lehm ergeben eine Art Beton, der Wasser noch schlechter durchlässt. Besser ist es, organisches Material wie reifen Kompost, Laub oder fein gehäckselte Zweige flach einzuarbeiten. Das fördert Regenwürmer und Pilze, die langfristig stabile Poren im Boden anlegen.<br> <br> <br> <br> Was sofort zu tun ist, wenn der Topf zu nass steht Zuerst den Topf aus dem Übertopf oder Untersetzer nehmen und prüfen, ob dort Wasser steht. Dieses Wasser sofort wegschütten. Dann die Pflanze vorsichtig aus dem Topf holen, die alte Erde weitgehend abschütteln und abgestorbene, matschige Wurzeln mit einer sauberen Schere abschneiden. Anschließend die Wurzeln in ein trockenes, luftiges Substrat setzen – am besten in einen Topf mit Abflusslöchern. In den ersten Tagen nicht gießen, sondern die Pflanze an einen warmen, luftigen Platz ohne direkte Sonne stellen. Erst wenn die oberste Erdschicht trocken ist, wieder mäßig Wasser geben.<br> <br> <br> <br> Wer Regenwürmer entfernen will, sollte den Topf nicht einfach austrocknen lassen. Besser ist es, die Pflanze vorsichtig auszutopfen, die Erde von Hand zu durchsuchen und die Würmer in den Garten oder in ein Beet mit feuchter Erde zu setzen. Anschließend frische, sterilisierte Blumenerde verwenden und den Topf gründlich reinigen. Ein häufiger Fehler ist, die alte Erde wiederzuverwenden, weil darin Eier und weitere Tiere zurückbleiben können.<br> <br> <br> <br> Lockern ohne die Struktur zu zerstören Die beste Zeit zum Auflockern ist der späte Herbst oder das zeitige Frühjahr, wenn der Boden feucht, aber nicht nass ist. Ein zu nasser Boden verschmiert beim Graben, ein zu trockener bricht in harte Schollen. Arbeite mit einer Grabegabel statt mit dem Spaten: Sie stich in den Boden ein und hebele vorsichtig, ohne die Erde zu wenden. So bleiben die Schichten erhalten, und die natürliche Kapillarwirkung wird nicht zerstört. Bei stark verdichteten Flächen reicht ein einmaliges Lockern nicht. Dann hilft es, den Boden in Streifen zu bearbeiten und dazwischen unberührte Zonen zu lassen, damit Bodenleben und Wasserwege erhalten bleiben.<br> <br> <br> <br> Im Garten sorgen Regenwürmer für lockeren Boden, indem sie organische Substanz fressen und ausscheiden. Im begrenzten Volumen eines Zimmerpflanzentopfs sieht die Sache anders aus. Der Wurm durchwühlt die Erde, belüftet sie und verteilt Nährstoffe aus abgestorbenen Blättern. Gleichzeitig kann er Wurzeln junger Pflanzen beschädigen, indem er Gänge direkt an ihnen vorbeitreibt.<br> <br> <br> <br> Ein einzelner Wurm in einem großen Topf mit ausgewachsenen Pflanzen richtet dagegen selten Schaden an. Er frisst Laub, das auf der Erde liegt, und hält das Substrat luftig. Wer die Erde regelmäßig gießt und düngt, merkt kaum einen Unterschied. Der Wurm selbst leidet allerdings: Zimmererde trocknet oft aus, ist zu warm und enthält zu wenig organisches Material, sodass viele Tiere nach wenigen Wochen sterben.