Was Bananenwasser auf Blättern wirklich bewirkt

Kaum steht ein neuer Topf mit frischer Erde auf der Fensterbank, sitzt die Katze schon darin und scharrt mit den Vorderpfoten. Das ist kein böser Wille, sondern ein angeborenes Verhalten: lockere, feuchte Erde riecht nach Toilette, nach Graben, nach Jagd. Wer das Problem dauerhaft lösen will, muss nicht die Katze erziehen, sondern die Oberfläche des Topfes so verändern, dass sie für die Katze unattraktiv wird. Genau darum geht es hier.<br> <br> <br> <br> <img src="https://i.ytimg.com/vi/BfGLmW2Pg94/hq720.jpg" alt="Komplette ENERGIE-UNABHÄNGIGKEIT? So geht's! | Einfach genial | MDR" style="max-width:440px;float:left;padding:10px 10px 10px 0px;border:0px;">So wird der Ableger richtig eingepflan<br> <br> <br> <br> Nach dem Lockern gehört organisches Material auf den Boden. Kompost, Laub oder halb verrotteter Mist halten die Poren offen und ernähren das Bodenleben. Eine dauerhafte Mulchschicht verhindert, dass Regen die Oberfläche erneut verschlämmt. Kalk oder Gips helfen nur bei bestimmten Böden und sollten vorher mit einer Bodenprobe abgeklärt werden. Ohne diese Prüfung riskierst du, den pH-Wert zu verschieben und das Wachstum zu bremsen.<br> <br> <br> <br> Bananenwasser entsteht, wenn man Bananenschalen mehrere Stunden oder über Nacht in Wasser einlegt. Dabei gehen wasserlösliche Stoffe aus der Schale in die Flüssigkeit über: vor allem Kalium, in geringem Umfang Magnesium und Phosphor, dazu Zuckerreste und organische Säuren. Genau diese Mischung sorgt dafür, dass viele Zimmerpflanzen nach dem Abwischen der Blätter mit Bananenwasser kurzfristig kräftiger und glänzender aussehen. Der sichtbare Effekt kommt allerdings nur zum Teil von den Nährstoffen. Ein großer Anteil ist schlicht der mechanische Abtrag von Staub, Kalkrückständen und feinen Ablagerungen, die die Blattoberfläche matt erscheinen lassen.<br> <br> <br> <br> Pflanzen, die auf zu wenig Licht mit einem bestimmten Blattbild reagieren, nennt man Zeigerpflanzen. Sie zeigen den Mangel nicht durch Welke oder braune Blattspitzen, sondern durch Veränderungen in Form, Farbe und Abstand der Blätter. Wer diese Signale liest, kann gegensteuern, bevor die Pflanze dauerhaft verkümmert. Der häufigste Fehler dabei: Man deutet die Symptome als Wassermangel oder Nährstoffproblem und gießt oder düngt mehr. Das verschärft den Lichtmangel, weil die Pflanze dann zwar mehr Wasser aufnimmt, es aber wegen der geringen Photosyntheseleistung nicht verarbeiten kann. Die Wurzeln stehen nass, Staunässe und Wurzelfäule folgen.<br> <br> <br> <br> Parallel lohnt sich ein Blick auf die Grundbedürfnisse. Steht nur ein Katzenklo zur Verfügung, ist es zu klein, zu selten gereinigt oder mit parfümiertem Streu gefüllt, sucht die Katze nach Alternativen. Ein zweites Klo an einem ruhigen Ort, ohne Haube und mit feinem, geruchsneutralem Streu, löst viele Fälle von selbst. Auch Langeweile spielt eine Rolle: Wer tagsüber nicht beschäftigt wird, gräbt abends im Blumentopf. Ein Kratzbaum am Fenster, ein Futterball oder ein Versteck mit Leckerlis lenken die Energie in andere Bahnen. Das ersetzt keine Abdeckung, senkt aber die Wahrscheinlichkeit deutlich.<br> <br> <br> <br> Wasser, das nach dem Gießen sofort am Topfrand oder an der Beetkante versickert und in der Mitte stehen bleibt, zeigt fast immer eine Verdichtungsschicht. Diese Schicht entsteht durch Tritt, schwere Maschinen, jahrelanges Gießen auf dieselbe Stelle oder durch das Eintragen von feinem Sediment. Sie liegt meist in zehn bis dreißig Zentimetern Tiefe und wirkt wie eine Sperrfolie. Die Wurzeln kommen nicht durch, das Wasser auch nicht. Statt mehr zu gießen, muss diese Schicht mechanisch aufgebrochen werden.<br> <br> <br> <br> Die einfachste Methode ist eine Abdeckung. Grobe Kieselsteine mit einem Durchmesser von mindestens drei Zentimetern, eine Schicht Tongranulat oder dekorative Glassteine auf der Erde verhindern, dass die Pfoten überhaupt in den Boden eindringen. Wichtig ist, dass die Steine dicht an dicht liegen und keine Lücken bleiben, sonst wird genau dort weitergescharrt. Bei Töpfen mit empfindlichen Wurzeln oder kleinen Sämlingen legt man die Steine erst auf, wenn die Pflanze kräftig genug ist. Eine dünne Lage hilft nicht, die Katze gräbt sie innerhalb von Sekunden zur Seite.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist der Griff zu scharfen Gewürzen, Zitronenschalen oder Essig. Diese Hausmittel vertreiben die Katze kurzfristig, schädigen aber auf Dauer die Wurzeln und verändern den pH-Wert der Erde. Auch Alufolie oder Klebeband auf der Fensterbank sind nur scheinbar praktisch: Sie rascheln, erschrecken das Tier und werden oft einfach beiseitegeschoben. Wer die Katze mit Wasser bespritzt, riskiert, dass sie den Topf mit Strafe verbindet und erst recht heimlich gräbt, sobald niemand hinsieht. Besser ist es, die Ursache zu beseitigen, nicht das Symptom.<br> <br> <br> <br> Wer den Effekt richtig nutzen will, geht so vor: Zuerst die Pflanze gründlich mit klarem, lauwarmem Wasser von Staub befreien. Erst danach, etwa alle vier bis sechs Wochen, mit abgesiebtem, frisch angesetztem Bananenwasser nachwischen. Anschließend mit einem trockenen Tuch nachreiben, damit keine Rückstände bleiben. Zwischen zwei Anwendungen sollte immer klares Wasser stehen, sonst sammeln sich die Zucker- und Salzreste auf dem Blatt an. Pflanzen mit dicken, glatten Blättern vertragen das Verfahren am besten, Farnarten und Pflanzen mit filzigen Blättern sollten ganz darauf verzichten.