Die Tülle ist eine hohle Aufnahme, in die der untere Teil der Kerze gesteckt wird. Sie eignet sich für Stumpenkerzen mit passendem Durchmesser. Wichtig ist, dass die Kerze nicht zu locker sitzt: Ein Spiel von mehr als einem Millimeter führt dazu, dass sie sich neigt und einseitig abbrennt. Zu enge Tüllen sind ebenso problematisch, denn beim Hineindrücken splittert Wachs ab, und die Kerze steht später nicht gerade. Prüfen Sie vor dem Kauf den Innendurchmesser der Tülle und messen Sie den Fußdurchmesser Ihrer Kerzen. Eine Tülle mit leicht konischem Verlauf hält runde Kerzen besser als eine zylindrische.<br>
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Nach dem vollständigen Erkalten, meist nach mehreren Stunden, wird der Halter entfernt. Jetzt lässt sich prüfen, ob der Docht gerade sitzt. Ein kurzer Blick von oben zeigt, ob er mittig steht. Steht er schief, hilft nur eines: den oberen Wachsrand vorsichtig mit einem warmen Messer lösen und den Docht neu ausrichten. Nachträgliches Ziehen am kalten Docht beschädigt das Wachs und hinterlässt Risse, durch die später Wachs austreten kann.<br>
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Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, mehr Öl gleiche eine zu hohe Einrührtemperatur aus. Das Gegenteil ist der Fall: Zu viel Öl bei zu heißer Masse führt zu öligen Rändern, ungleichmäßigem Abbrand und Rußbildung. Halte dich an die Dosierung, die für dein Wachs und dein Öl vorgesehen ist, meist zwischen sechs und zehn Prozent. Überschreite diesen Bereich nicht, nur weil der Duft beim Einrühren schwach erscheint. Direkt nach dem Einrühren riecht die Mischung oft intensiver als später in der Kerze – das ist normal und kein Grund nachzudosieren.<br>
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Wenn Wachs bereits beim Eingießen in die Form erstarrt, liegt das meist an einer zu niedrigen Temperatur des Wachses oder an einer kalten Form. Bevor du Rezept oder Wachssorte austauschst, prüfe zuerst diese beiden Faktoren. In den meisten Fällen reicht es, das Wachs etwas stärker zu erwärmen und die Form vorzuwärmen, damit der Guss wieder gleichmäßig verläuft.<br>
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Ein Docht, der schief in der Wachsschicht sitzt, brennt ungleichmäßig, rußt und frisst sich an einer Seite tief in das Wachs. Die Flamme wird groß, das Gefäß wird einseitig heiß, und am Ende bleibt ein Rand aus ungeschmolzenem Wachs stehen. Wer Kerzen selbst gießt, kennt das Problem. Die Ursache liegt fast nie am Wachs, sondern an der Fixierung des Dochtes während des Erkaltens.<br>
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Wer mehrere Kerzen gleichzeitig gießt, kann sich mit einer einfachen Schablone behelfen: Ein Brett mit Bohrungen in der Mitte, das über die Gefäße gelegt wird. Der Docht wird durch das Loch geführt, das Gefäß steht darunter. So bleibt der Docht bei allen Kerzen identisch positioniert, ohne dass für jede einzeln ein Halter gebogen werden muss. Wichtig ist, dass die Bohrung genau über dem Gefäßmittelpunkt liegt, sonst wiederholt sich der Fehler bei jeder Kerze.<br>
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<span style="font-weight: 900;">Ein weiterer typischer Fehler:</span> den Docht mit den Fingern ausrichten. Hautfett und Schmutz setzen sich in den Fasern fest und beeinträchtigen den Abbrand. Benutze stattdessen saubere Werkzeuge. Auch das Nachgießen in mehreren dünnen Schichten hilft. Nach jeder Schicht kann der Docht kontrolliert und nachzentriert werden, bevor die nächste Lage Wachs darüber kommt. So bleibt er über die gesamte Höhe gerade und muss nicht am Ende mühsam korrigiert werden.<br>
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Die einfachste Methode ist ein Zentrierhalter aus Draht: Zwei stabile Drahtstücke werden so gebogen, dass sie über den Gefäßrand greifen und den Docht in der Mitte einklemmen. Entscheidend ist, dass der Draht nicht federt. Ein weicher Blumendraht hält den Docht nicht, weil er beim Schrumpfen des Wachses nachgibt. Besser ist ein festerer Draht, der sich in Form biegen lässt und diese Form behält.<br>
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<span style="font-weight: 900;">Was beim Fixieren vor dem</span> Gießen schiefgeht Viele gießen das Wachs ein, wenn der Docht nur oben am Rand festgeklemmt ist. Der untere Teil baumelt dann frei im heißen Wachs und kippt zur Seite, sobald die Flüssigkeit in Bewegung kommt. Der Docht muss vor dem Gießen bereits am Boden fixiert sein. Ein Tropfen geschmolzenes Wachs auf den Boden, Docht hineindrücken, kurz warten, dann erst die Hauptmenge eingießen. Alternativ hält ein kleiner Klebepunkt aus hitzebeständigem Kleber den Docht am Boden, solange das Wachs nicht zu heiß ist.<br>
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So wird die Kerze im Becher fixiert Damit die Kerze gerade steht und nicht umfällt, gibt es zwei bewährte Methoden. Die erste: Ein Stück Alufolie zu einer kleinen Kugel formen, in den Becherboden drücken und die Kerze daraufsetzen. Die Folie passt sich an und hält die Kerze in Position. Die zweite Methode: Ein paar Tropfen heißes Wachs auf den Becherboden tropfen lassen, die Kerze sofort hineindrücken und einige Minuten gerade halten, bis das Wachs erkaltet ist. Bei beiden Varianten darauf achten, dass die Kerze nicht schief steht – sonst brennt sie ungleichmäßig ab und kann tropfen.<br>
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Ein letzter Punkt betrifft die Dochtlänge. Ein zu langer Docht verbrennt heißer und neigt dazu, sich zu krümmen, auch wenn er perfekt zentriert war. Der Docht wird erst nach dem Aushärten auf die passende Länge gekürzt, nicht vorher. Ein zu kurz abgeschnittener Docht lässt sich nicht mehr korrigieren, ein zu langer schon. Die Mitte bleibt nur dann gerade, wenn der Docht beim Gießen fixiert, beim Erkalten nicht gestört und erst danach gekürzt wird.