So streichst du Wände ohne Streifen und Rollspuren

Zwischen zwei Anstrichen ausreichend Zeit lassen. Die angegebene Trockenzeit ist keine Empfehlung, sondern eine Notwendigkeit. Wird zu früh nachgestrichen, löst die Rolle die noch weiche Farbe an und zieht Schlieren. Nach dem Trocknen zeigt sich, ob die Fläche gleichmäßig deckt. Leichte Unterschiede im Glanz verschwinden oft nach vollständiger Aushärtung. Wer diese Punkte beachtet, bekommt eine Wand ohne Streifen, ohne Rollspuren und ohne sichtbare Ansätze.<br> <br> <br> <br> Zuerst wird die Fuge zwischen Kasten und Wand gereinigt und von losem Putz befreit. Dann lässt sich der Spalt mit einem dauerelastischen Dichtstoff verschließen, der für den Anschluss an Mauerwerk geeignet ist. Alternativ kann ein Kompriband in die Fuge eingelegt werden, das sich bei Feuchtigkeit ausdehnt und den Spalt zuverlässig füllt. Wichtig ist, dass der Dichtstoff nicht auf staubigem Untergrund haftet. Ein Haftgrund auf porösen Flächen verhindert, dass die Dichtung nach Monaten abblättert.<br> <br> <br> <br> Vor dem Abdichten muss der Rollladenpanzer ausgebaut werden. Nur so kommt man an die Innenseite des Kastens und an die Fuge zwischen Kasten und Wand. Die alte Dämmung – häufig Styropor oder Mineralwolle, die seit Jahrzehnten vor sich hin staubt – wird vollständig entfernt. Achtung: In Altbauten sitzt hinter dem Kasten oft der Sturz, und darunter verlaufen manchmal Leitungen. Vor dem Kratzen und Stemmen prüfen, ob Kabel oder Rohre im Weg sind. Wer hier blind arbeitet, beschädigt schnell eine Leitung.<br> <br> <br> <br> Vor dem ersten Pinselstrich steht die Vorbereitung. Möbel werden aus dem Raum geräumt oder in die Mitte gestellt und mit Folie abgedeckt. Steckdosen und Lichtschalter entfernt man oder klebt sie mit Kreppband ab. Der Boden wird mit Malervlies oder dicker Folie geschützt, denn Farbspritzer auf Parkett oder Fliesen lassen sich nur schwer entfernen. Wichtig ist auch, kleine Löcher und Risse mit Spachtelmasse zu füllen und nach dem Trocknen glatt zu schleifen. Nur so wird die Fläche gleichmäßig.<br> <br> <br> <br> Die richtige Rolltechnik in Bahnen Farbe niemals direkt aus dem Eimer auf die Wand bringen. Die Rolle wird in der Abstreifwanne gleichmäßig getränkt und dann auf einem Gitter abgerollt, bis sie gleichmäßig benetzt ist, aber nicht tropft. Auf der Wand beginnt man oben und zieht die Bahn in einem Zug nach unten. Danach wird dieselbe Bahn noch einmal überrollt, ohne neue Farbe aufzunehmen. So verteilt sich das Material gleichmäßig. Wichtig ist, immer nass in nass zu arbeiten: eine Bahn an die vorherige anschließen, solange sie noch feucht ist. Über trockene Farbe zu rollen, erzeugt genau die Streifen, die vermieden werden sollen.<br> <br> <br> <br> Auch die Rolle selbst entscheidet über das Ergebnis. Kurzflorige Rollen hinterlassen eine glattere Oberfläche als langflorige, brauchen aber mehr Farbe und mehr Züge. Für feine, matte Wandfarben reicht eine mittlere Florhöhe. Vor dem ersten Einsatz die Rolle mit Wasser oder passender Verdünnung auswaschen und trocken schleudern, damit keine Fusseln auf der Wand landen. Zwischen zwei Farbschichten mindestens die angegebene Trockenzeit abwarten – wird zu früh nachgerollt, zieht die zweite Schicht die erste wieder an und die Fläche wird unruhig.<br> <br> <br> <br> Bevor die Rolle überhaupt in die Farbe kommt, muss der Untergrund stimmen. Unebenheiten, alte Farbnasen und Staub zeichnen sich später als Schatten ab. Kleine Löcher mit Spachtelmasse füllen, trocknen lassen, anschließend leicht anschleifen. Danach die Fläche abwischen, damit kein Staub in die neue Farbe gerät. Besonders wichtig: die Kanten zuerst mit einem Pinsel bearbeiten, etwa zehn Zentimeter breit, und diese Randstreifen noch feucht in die spätere Rollbahn einbeziehen. Trocknet der Rand separat an, entsteht dort eine sichtbare Kante.<br> <br> <br> <br> Für die Montage benötigen Sie einen Bleistift, eine Wasserwaage, einen Akkuschrauber mit passendem Bit und je nach Untergrund Dübel. Zeichnen Sie die Bohrlöcher immer mit der Wasserwaage an, nicht nach Augenmaß. Bei Klemmträgern drehen Sie die Schrauben zunächst handfest, setzen das Plissee ein und richten es aus, bevor Sie endgültig festziehen. Bei gebohrten Halterungen bohren Sie mit einem kleineren Durchmesser vor und setzen die Dübel bündig mit der Wand ein. Ein typischer Fehler ist das zu feste Anziehen der Spannschrauben – dadurch verzieht sich die Schiene, und der Stoff läuft schief.<br> <br> <br> <br> Die letzte Bahn sollte immer in dieselbe Richtung gezogen werden, am besten von oben nach unten und ohne Unterbrechung. Wer am Ende noch einmal kreuz und quer über die gesamte Wand rollt, verteilt zwar Farbe, hinterlässt aber ein unruhiges Muster. Ein sauberes Ergebnis entsteht, wenn die letzte Schicht in einer einzigen Richtung verlaufen ist. Bei stark saugenden Untergründen vorher grundieren, sonst zieht die erste Schicht ungleichmäßig ein und trocknet fleckig.<br> <br> <br> <br> Ein häufiger Fehler ist zu wenig Farbe auf der Rolle. Wer sparsam arbeitet, drückt fester auf und hinterlässt Rollkanten. Besser ist es, großzügig zu arbeiten und dafür gleichmäßig zu verteilen. Ein zweiter Fehler ist zu schnelles Rollen. Langsame, gleichmäßige Bewegungen hinterlassen eine glattere Oberfläche als hektisches Hin und Her. Bei großen Flächen lohnt es sich, in überschaubaren Abschnitten zu arbeiten, etwa zwei bis drei Bahnen, dann die Rolle neu zu tränken. So bleibt die Kante immer feucht.