So richtest du dein Homeoffice ein - Tipps einer Raumgestalterin

Du sitzt seit Wochen am Küchentisch, der Rücken schmerzt, der Laptop wackelt auf einem Stapel Zeitschriften. Ich kenne das Gefühl nur zu gut. Als ich vor drei Jahren ins Homeoffice wechselte, dachte ich, ein improvisierter Arbeitsplatz reicht. Aber nach drei Monaten mit einem 14-Zoll-Laptop auf einem ausrangierten Bistrotisch war Schluss. Die Wirbelsäule machte nicht mehr mit. Also begann ich, meine Wohnung systematisch umzugestalten. Kein extra Zimmer, nur eine 65-Quadratmeter-Wohnung mit Schlafzimmer, Wohnzimmer und einer winzigen Küche. Die größte Herausforderung: Wo soll der Schreibtisch hin, ohne dass es aussieht wie ein Callcenter? Die Lösung fand ich in der Ecke des Wohnzimmers, direkt am Fenster mit Nordlicht. Das ist kein Tageslicht zum Arbeiten optimal. Ein 120 mal 60 Zentimeter großer Schreibtisch aus heller Eiche passte genau in die Nische. Dazu ein ergonomischer Bürostuhl mit Netzrücken, denn Leder oder Stoff werden im Sommer schnell unangenehm. Die Sitzhöhe stellte ich so ein, dass meine Oberschenkel waagerecht sind und die Füße flach auf dem Boden stehen. Und das Wichtigste: Der Monitor steht auf einem Ständer, damit die Oberkante auf Augenhöhe ist. Mein Nacken dankt es mir jeden Tag.<br> <br> <br> <br> Bei der Matratze habe ich mich für eine Variante aus hochdichtem Schaum entschieden, die sich nicht durchliegt, selbst wenn der Hund darauf herumtollt. Die Matratze ist mit einem Bezug ausgestattet, der sich abnehmen und waschen lässt – ein Muss, wenn man mit Tieren lebt. Der Schaum stützt den Körper gut ab, ohne zu weich zu sein, und ich habe keine Rückenprobleme mehr. Die Matratze ist auch für Allergiker geeignet, weil sie keine Milben anzieht. Einmal im Monat drehe ich sie um, damit die Belastung gleichmäßig bleibt.<br> <br> <br> <br> Denken Sie auch an die Höhe. Viele Flurmöbel sind zu niedrig. Eine hohe Kommode mit integrierter Sitzfläche ist besser als ein niedriger Schrank. Denn sie nutzt den vertikalen Raum. Und wenn Sie einen Gast erwarten, der länger bleibt, dann ist ein Bett mit Aufbewahrungsbox für Bettzeug unverzichtbar. Ich habe meiner Schwester so ein System eingerichtet. Sie wohnt in einer 45 m² Wohnung, der Flur ist nur 5 m² groß. Trotzdem steht dort eine schmale Kanape mit Funktion Schlafen. Darunter ein Kasten für die Bettwäsche. Oben ein breiter Spiegel. Fertig. Der Flur wirkt großzügig, obwohl er vollgestellt ist. Das Geheimnis liegt in der Reduktion auf das Nötigste, aber mit maximalem Nutzen.<br> <br> <br> <br> Für Familien mit Kindern ist der Flur oft das größte Chaoszentrum. Hier fliegen Matschhosen, Turnbeutel und Helme herum. Ich empfehle dann immer ein offenes Regalsystem mit Körben, aber auch einen festen Sitzplatz. Eine Versalie ist hier Gold wert. Man stellt sie unter ein Fenster oder an die freie Wand. Tagsüber dient sie als Sitzbank für drei Personen, nachts klappt man sie aus und hat eine vollwertige Schlafstätte für das Kind oder den Übernachtungsgast. Achten Sie beim Kauf auf einen Lattenrost, denn der sorgt für die richtige Luftzirkulation. Ein 16 cm dicker Kaltschaummatratze darauf gibt den nötigen Komfort, auch wenn der Gast nicht im Gästezimmer schläft.<br> <br> <br> <br> Ich habe meinen Schreibtisch direkt neben mein Bett gestellt. Klingt verrückt? In meiner 45-Quadratmeter-Wohnung blieb mir keine andere Wahl. Der Arbeitsplatz im Schlafzimmer ist für viele von uns keine temporäre Notlösung mehr, sondern Dauerzustand. Besonders wenn die Küche bereits zum Esszimmer umfunktioniert wurde und im Wohnzimmer die Couch steht. Die Herausforderung: Ausgerechnet dort, wo wir abschalten sollen, türmen sich jetzt Laptop, Unterlagen und Kabel. Ich zeige dir, wie ich diesen Spagat gemeistert habe – mit klaren Grenzen und cleveren Möbeln, die beides können.<br> <br> <br> <br> Ein praktisches Problem, das viele übersehen: Duftkerzen können auf empfindlichen Oberflächen Flecken hinterlassen. Ich habe mal eine Kerze auf einem alten Holztisch vergessen, und das Wachs tropfte auf die unbehandelte Fläche. Seitdem lege ich immer eine kleine Untertasse oder ein Stück Filz unter die Kerze. Das ist besonders wichtig, wenn du die Kerze auf einem Regal neben dem Bett oder auf der Fensterbank platzierst. Auch die Hitze ist ein Thema: Kerzen nie direkt neben Vorhängen oder Papierstapeln brennen lassen. In meiner Wohnung steht die Kerze auf einem feuerfesten Tablett aus Keramik, das ich im Schrank aufbewahre, wenn ich sie nicht nutze. So vermeide ich Brandgefahr und Flecken – und der Duft bleibt trotzdem präsent.<br> <br> <br> <br> Ein Problem, das viele unterschätzen, ist die Lautstärke. In einer kleinen Wohnung hört man jedes Geräusch aus der Nachbarwohnung oder von der Straße. Für konzentriertes Arbeiten ist das fatal. Ich habe mir deshalb einen Teppichboden mit dicker Unterlage verlegt. Das dämpft den Schall enorm. Auch schwere Vorhänge helfen, Außengeräusche zu reduzieren. Und für absolute Ruhe nutze ich Noise-Cancelling-Kopfhörer. Aber nicht jeder mag das Gefühl, abgeschottet zu sein. Eine Alternative ist ein White-Noise-Gerät oder eine App mit Regen- oder Meeresrauschen. Das überdeckt die störenden Geräusche, ohne dass du dich isoliert fühlst. In meiner Wohnung habe ich zusätzlich ein Regal mit Büchern zwischen Schreibtisch und Tür gestellt. Das wirkt wie eine kleine Schallbarriere. Klingt simpel, hilft aber ungemein. Probiere es aus.